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Rocker in Reutlingen zofften sich vor Einsatz der Polizei

Dem nächtlichen Großeinsatz der Polizei am Donnerstag (wir berichteten) ist ein Zusammentreffen der Reutlinger Hells Angels und Mitgliedern der rockerähnlichen Gruppierung United Tribuns vorausgegangen.

Reutlingen. „Aktuelle Erkenntnisse deuten darauf hin, dass es im Vorfeld Meinungsverschiedenheiten zwischen Hells Angels und United Tribuns gab“, erklärte Polizeisprecherin Andrea Kopp auf TAGBLATT-Anfrage. So sollen am Donnerstagnachmittag United-Tribuns-Mitglieder in Reutlingen unterwegs gewesen sein, was wiederum eine Ansprache der Hells Angels nach sich gezogen haben dürfte, sagte Kopp weiter.

Bei der knapp dreistündigen Aktion Donnerstagnacht hatten 120 Polizisten 30 Mitglieder und Sympathisanten der United Tribuns kontrolliert und dabei eine große Anzahl an Waffen wie Teleskopschlagstöcke und Messer beschlagnahmt. Die ausgesprochenen Platzverweise seien widerstandslos akzeptiert worden, erklärte die Polizei. Mit der Kontrolle dürften die Beamten eine Auseinandersetzung zwischen den Gruppen verhindert haben.

https://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/reutlingen_artikel,-Rocker-zofften-sich-vor-Grosseinsatz-der-Polizei-_arid,290839.html

Polizei verhindert Rocker-Krieg in Reutlingen

Reutlingen – Sie kamen zu Dutzenden, hatten Stöcke, Messer und Pistolen bei sich – und wollten offensichtlich Randale machen.

Hat die Polizei in Reutlingen einen Rockerkrieg verhindert?

Der Alarm bei der Polizei ging gegen 22 Uhr ein. Da wurde mitgeteilt: Mehrere Mitglieder der United Tribuns sind auf dem Weg nach Reutlingen!

BILD erfuhr: Auslöser des Streits soll das Kuttenverbot sein. Denn die Rockergruppe Hells Angels wollen den Rockern von United Tribuns (UT) in Reutlingen verbieten, ihre Kutten zu tragen.

Angeblich aber waren zwei Mitglieder der United Tribuns gestern in Reutlingen bei einer Schneiderin, um dort ihre Kutten anzuprobieren.

Ausgerechnet da sollen drei Hells Angels in den Laden gekommen sein, ihre Rivalen bedroht haben.

Als die Schneiderin die Polizei rufen wollte, seien die Rocker raus gegangen. Die United Tribuns hätten ihre Kumpels informiert.

Die Sache sollte mit einer Schlägerei geregelt werden.

Doch dazu kam es nicht!

Als die Polizei von dem Rockeraufgebot erfuhr, reagierte sie prompt.

Eine Sprecherin: „Wir haben 120 Polizeikräfte aus der Region zusammengeführt.“

Dann wurden im Bereich des Omnibusbahnhofs rund 30 Personen in neun Fahrzeugen kontrolliert – und jede Menge Waffen beschlagnahmt.

Darunter: 8 Teleskopschlagstöcke, Baseballschläger, Quarzsandhandschuhe, 7 Messer, Schreckschusspistole. Platzverweis!

Krieg um die Rockerkutten gibt es derzeit im ganzen Ländle. Auch die verbotenen, aber weiter agierenden Red Legion wollen den United Tribuns in Stuttgart die Kutten verbieten.

Ein Informant: „In der Rockerszene hier brodelt es derzeit gewaltig. Es wird bald etwas passieren!“

http://www.bild.de/regional/stuttgart/razzia/beamte-stoppen-rocker-krieg-39665352.bild.html

Mitglied der Reutlinger Hells Angels verurteilt

REUTLINGEN. Ein Grund für den Kopfstoß des »Höllen-Engels« in der Diskothek B 27 am 2. März dieses Jahres? »Es gab keinen«, sagte Oberstaatsanwalt Bernhard Henn am gestrigen Dienstag im Amtsgericht Reutlingen. Einmal mehr habe eines der Hells-Angels-Mitglieder mit seinem Verhalten ausdrücken wollen: »Hier sind wir, um zu bestimmen, was uns in einem bestimmten Moment gefällt und was nicht«, so Henn. Was dem nun Angeklagten nicht passte? Ein Blick vielleicht, nicht viel mehr. »Was gucksch du«, hatte der Täter zu einem Disco-Besucher gesagt – und ohne eine Antwort abzuwarten ihm sogleich einen Kopfstoß verpasst.

Nachts um 2 Uhr während einer Geburtstagsfeier der Frau des inhaftierten Reutlinger Rocker-Präsidenten Ingo Dura ereignete sich der Vorfall. Im Gegensatz zu fast allen Zeugen konnten sich das Opfer und dessen Freundin noch sehr gut daran erinnern. Und sie tippten am darauffolgenden Sonntag auch zielsicher auf den Täter, als ihnen bei der Polizei eine »Wahl-Lichtbildvorlage« mit 246 Personen vorgelegt wurde.

Nicht regelkonform

Der Rechtsanwalt des Angeklagten, Günter Urbanczyk, bemängelte aber genau das – was auch Richter Eberhard Hausch, Vorsitzender des Schöffengerichts, einsah: Die Vorlage der Fotos sei nicht regelkonform gelaufen, es hätten mehr ähnlich aussehende Männer im Alter des Täters gezeigt werden müssen, bemängelte Hausch. Aber: »Wir brauchen die Wahl-Lichtbilder gar nicht«, so das Fazit. Denn der Oberstaatsanwalt hatte darauf verwiesen, dass zwei Personen unabhängig voneinander den Täter wiedererkannten – und das, so Henn, »hätte schon zur Überführung ausgereicht«. Dass der Angeklagte mit dem Pferdeschwanz und der Hells-Angels-Kutte an dem Abend auch in der Disco war, reichte dem Schöffengericht aus, um die Tat dem Rocker zuzuschreiben. »Es gibt ja sonst keine Member mit Pferdeschwanz«, sagte Eberhard Hausch.

Hinzu kam, dass sich die Zeugen aus direktem oder indirektem Umfeld der Hells Angels partout nicht daran erinnern konnten, wer an diesem Abend so alles aus ihren Reihen mitgefeiert hatte. Und dass eine Videoaufzeichnung vom Eingang des B 27 ausgerechnet zu dem Zeitpunkt versagte, als die Rocker kamen und gingen, kommentierte der Richter mit der Frage: »Für wie dumm wollen uns die Leute eigentlich verkaufen?«

Einschlägig vorbestraft

»Ohne jegliche Rücksicht auf andere wollen die Angels Chef im Ring sein – die gehören weg und nicht auf die Straße«, begründete Oberstaatsanwalt Bernhard Henn unter anderem seine Forderung, den Angeklagten wegen vorsätzlicher Körperverletzung zwei Jahre hinter Gitter zu schicken. Bewährung könne es nicht geben, weil der 48-Jährige mehrfach einschlägig vorbestraft sei. »Und weil er Bewährungsbrecher ist, nichts gelernt hat, sich nicht aus dem Rockerumfeld gelöst oder ein Anti-Gewalttraining begonnen hat«, ergänzte Eberhard Hausch in seiner Urteilsbegründung. Das Schöffengericht stimmte zwar der Haftforderung von Henn zu – nicht aber der Knastdauer: Ein Jahr sei ausreichend, meinte Hausch.

Im Übrigen habe diese Einzeltat verhältnismäßig wenig mit den Hells Angels zu tun. »Wir wollen ihnen nicht zu viel Ehre zukommen lassen.« Dass der Rockerclub Angst und Schrecken verbreite, gehöre doch eher der Vergangenheit an. »Die Herren werden auch älter und vielleicht weiser«, so der Richter. Ein Ruf wie Donnerhall? Das, meinte Eberhard Hausch, sei ja wohl passé.

http://gea.de/region+reutlingen/reutlingen/+fuer+wie+dumm+wollen+die+uns+verkaufen+.3938066.htm

Hells Angels Mitglied wegen Körperverletzung vor Gericht

Völlig grundlos soll ein Hells Angel Anfang März in der Ofterdinger Disko B27 einen Gast mit einem Kopfstoß verletzt haben. Seit gestern muss sich der 48-Jährige, der unter Bewährung steht, vor dem Reutlinger Schöffengericht verantworten.

Reutlingen. Der erste Prozesstag hatte es in sich: Oberstaatsanwalt Bernhard Henn beantragte gegen eine Zeugin, die seiner Meinung nach offensichtlich die Unwahrheit sagte, Beugehaft. Die wurde vom Schöffengericht zwar abgelehnt. Allerdings wurde die 38-Jährige, die sich partout an keinen der Hells Angels erinnern wollte, die mit ihr am fraglichen Abend gefeiert hatten, vereidigt – was auch nicht alle Tage vorkommt.

Auf der anderen Seite stellte der Verteidiger, Rechtsanwalt Günter Urbanczyk, einen Beweisantrag. Denn er findet die Art und Weise, wie sein Mandant als mutmaßlicher Täter vom Geschädigten und seiner Freundin identifiziert worden war, so fehlerhaft, dass die Erkenntnisse nicht verwendet werden sollten. Der Angeklagte selbst, ein 48-jähriger gelernter kaufmännischer Angestellter, der als Wirtschafter in einem Eros-Center arbeitet, wollte keine Aussagen darüber machen, was in der Nacht vom 1. zum 2. März im Ofterdinger Danceclub B27 geschah. Unstrittig ist, dass die Frau des Reutlinger Hells-Angels-Präsidenten Ingo Dura dort ihren Geburtstag nachfeierte. Neben geladenen Gästen hielten sich auch zahlreiche andere Besucher/innen in der Disko auf, darunter das spätere Opfer, dessen Freundin und ein befreundetes Paar.

Eigentlich, berichtete der Geschädigte, sei es ein ganz netter Abend gewesen. Bis einer der Kuttenträger irgendwann zielstrebig mit den Worten „Hast Du ein Problem?“ auf ihn zugekommen sei. Er habe gerade noch „Nein“ sagen können, dann sei alles dunkel geworden. Seine Freundin, die während des Vorfalls neben ihm stand, konnte sich vor Gericht genauer erinnern: Der Angeklagte sei an ihr vorbei gegangen, habe ihren Freund angesprochen und diesen sofort mit einem kräftigen Kopfstoß zu Boden gestreckt.

Warum der Hells Angel ihn geschlagen hatte, konnte sich der 45-Jährige nicht erklären. Allerdings hätten er und seine Freundin den Eindruck gehabt, den Mann von früher zu kennen. Deshalb hätten sie ihn vielleicht öfters angeschaut: „Wir sind aber nicht auf seinen Namen gekommen.“ Wieso er denn nicht gleich die Polizei gerufen hätte, wollte der Vorsitzende Richter Eberhard Hausch von dem Zeugen wissen. Der hatte erst am nächsten Tag Anzeige erstattet, nachdem er zur Untersuchung im Krankenhaus war. Die Securitys hätten ihm nahegelegt, zu gehen, damit die Situation nicht noch mehr eskaliere: „Der Türsteher hat gesagt, wenn wir die Polizei rufen, dann würden gleich noch 30 weitere dastehen.“ Eskortiert von den Sicherheitsleuten hätten er und seine Freundin die Disko deshalb durch die Hintertür verlassen.

Tags darauf wurde der Angeklagte und seine Freundin von der Reutlinger Kripo vernommen. Dabei wurde ihnen unabhängig voneinander eine digitale Kartei mit über 200 Bildern polizeibekannter, gewaltbereiter Männer gezeigt. Beide erkannten in einem von ihnen zweifelsfrei den Angeklagten als den Angreifer. Dass es sich dabei um eine Gruppe wahllos zusammengestellter Personen handelte, wurde vom Verteidiger beanstandet. Dies entspreche nicht den geltenden Anforderungen einer Gegenüberstellung, so der Anwalt. Um Beweiskraft zu erlangen, müsste es sich bei der Auswahl um Männer ähnlichen Alters und Erscheinung handeln. Bei einer zweiten Vernehmung sei diese Vorgabe erfüllt gewesen, berichtete Ermittlungsrichter Sierk Hamann. Zwar hatten sowohl das Opfer als auch seine Freundin wegen der Ähnlichkeit der zur Auswahl stehenden Personen in einem Fall kurz gezögert. Schließlich identifizierten sie aber beide den Angeklagten „zweifelsfrei als Täter“.

Der ebenfalls als Zeuge geladene 31-jährige Security-Chef der Disko stellte den Sachverhalt gänzlich anders dar. Er habe den Geschädigten mehrfach gefragt, ob er die Polizei wolle, was der verneinte. Doch weil der Mann „aggressiv und betrunken“ gewesen sei, habe er ihn schließlich gebeten zu gehen. Und ein weiterer Zeuge aus dem Umfeld der Hells Angels behauptete, er habe zwar gesehen, dass das Opfer einen Faustschlag bekommen habe. Der Täter sei aber auf keinen Fall der Angeklagte gewesen. Der Prozess wird am 21. Oktober fortgesetzt.

http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/reutlingen_artikel,-Hells-Angel-wegen-Koerperverletzung-vor-Gericht-_arid,275217.html