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Prozess um Schlägerei in Reutlingen

Prozess um Schlägerei in Reutlingen

REUTLINGEN. Vielleicht ließ es auch die Hitze nicht zu. Amtsrichter Eberhard Hausch hatte die Verhandlung um eine üble Schlägerei vor einem Jahr im Reutlinger Partybezirk am Echazufer eigentlich am Montagnachmittag zu Ende bringen wollen. 15 Zeugen, dazu ein Gutachter, waren geladen.

Angeklagt war ein 29-jähriger Lackierer. Er soll am frühen Morgen in der Fronleichnams-Nacht 2014 vor einem Imbiss einen Mann so heftig zusammengeschlagen haben, dass er bleibende Schäden am rechten Auge und im Gesicht zurückbehielt.

Das Opfer freilich war wohl so sturzbetrunken, dass es sich als Zeuge an nichts erinnern konnte. Es soll vor den Schlägen drei Mädchen aufs Übelste belästigt und beleidigt haben, die nach einer Tanzbar-Nacht mit drei weiteren Männern in einem Taxi auf der Heimfahrt nach Sondelfingen waren und am Imbiss noch Station gemacht hatten.

Ziemlich betrunken waren nach eigenen Angaben aber auch fast alle weiteren Zeugen, außer dem Taxifahrer, seinen hinzugekommenen Kollegen und dem helfenden Döner-Verkäufer. Im Großraumtaxi müssen neben den drei blonden Mädchen auf Frauenabend auch mindestens drei Männer gewesen sein, die das Trio am frühen Morgen gegen halb fünf vor der Bar einfach als Mitfahrer angesprochen haben will.

Die Ermittlungen der Polizei aber – mit Video-Aufnahmen vor der Tanzbar sowie Fotos aus sozialen Party-Netzwerken – führten dazu, dass Staatsanwalt Jan Vytlacil Anklage erhob gegen den Freund eines der drei Mädchen.

Er wird dem Hells-Angels-Umfeld zugerechnet und steht wegen einschlägiger Delikte unter Bewährung. Er will aber mit dem eigenen Mercedes und zwei Kumpels aus der Tanz-Bar heimgefahren sein.

Gegenüberstellungen

Eine Schlüsselrolle kam dem Taxifahrer zu, der irgendwie bei der Schlägerei auch eher unbeabsichtigt zu Boden gegangen sein soll. Seine Aussagen und Foto-Gegenüberstellungen schon bei der ersten polizeilichen Vernehmung sprachen eher gegen den bärtigen Angeklagten als Täter.

Allerdings hatte er auch angegeben, bei der Rückgabe eines im Taxi liegen gebliebenen Geldbeutels eines der Mädchen aufgefordert worden zu sein, wegen einer Bewährung nichts über die männlichen Mitfahrer preiszugeben.

Ein irgendwann merklich verärgerter Amtsrichter Eberhard Hausch äußerte nach einer zweiten Aussage Zweifel an den Angaben des Taxifahrers und bestand auf einem Eid.

Vereidigen ließ er auch die drei Mädchen, deren übereinstimmende Aussagen darauf hinausliefen, dass die drei mitfahrenden Männer, darunter der mutmaßliche Schläger, nicht zu ihrem Bekanntenkreis gehörten – und jedenfalls der angeklagte Freund keineswegs mit im Taxi gesessen hätte.

Der Zusammengeschlagene seinerseits war nach den polizeilichen Ermittlungen vorgeblich zufällig am Arbeitsplatz des Angeklagten in einem Pfullinger Baumarkt aufgetaucht und hatte ihm angedroht, er werde »dafür bezahlen müssen«. Er räumte das auch ein.

Ob die drei jungen Frauen nach den üblen Rüpeleien des später Verletzten den Schauplatz vor dem Döner-Imbiss gemeinsam schnell verließen und zu Fuß heimwärts gingen, bevor die Prügelei eines der Mitfahrer gegen den Belästiger überhaupt begann, darüber wird sich das Amtsgericht bei einem Fortsetzungstermin ein Urteil bilden müssen. Dann sind noch vier weitere Zeugen geladen.

http://www.gea.de/region+reutlingen/reutlingen/brutal+zusammengeschlagen.4331894.htm

Rocker in Reutlingen zofften sich vor Einsatz der Polizei

Dem nächtlichen Großeinsatz der Polizei am Donnerstag (wir berichteten) ist ein Zusammentreffen der Reutlinger Hells Angels und Mitgliedern der rockerähnlichen Gruppierung United Tribuns vorausgegangen.

Reutlingen. „Aktuelle Erkenntnisse deuten darauf hin, dass es im Vorfeld Meinungsverschiedenheiten zwischen Hells Angels und United Tribuns gab“, erklärte Polizeisprecherin Andrea Kopp auf TAGBLATT-Anfrage. So sollen am Donnerstagnachmittag United-Tribuns-Mitglieder in Reutlingen unterwegs gewesen sein, was wiederum eine Ansprache der Hells Angels nach sich gezogen haben dürfte, sagte Kopp weiter.

Bei der knapp dreistündigen Aktion Donnerstagnacht hatten 120 Polizisten 30 Mitglieder und Sympathisanten der United Tribuns kontrolliert und dabei eine große Anzahl an Waffen wie Teleskopschlagstöcke und Messer beschlagnahmt. Die ausgesprochenen Platzverweise seien widerstandslos akzeptiert worden, erklärte die Polizei. Mit der Kontrolle dürften die Beamten eine Auseinandersetzung zwischen den Gruppen verhindert haben.

https://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/reutlingen_artikel,-Rocker-zofften-sich-vor-Grosseinsatz-der-Polizei-_arid,290839.html

Polizei verhindert Rocker-Krieg in Reutlingen

Reutlingen – Sie kamen zu Dutzenden, hatten Stöcke, Messer und Pistolen bei sich – und wollten offensichtlich Randale machen.

Hat die Polizei in Reutlingen einen Rockerkrieg verhindert?

Der Alarm bei der Polizei ging gegen 22 Uhr ein. Da wurde mitgeteilt: Mehrere Mitglieder der United Tribuns sind auf dem Weg nach Reutlingen!

BILD erfuhr: Auslöser des Streits soll das Kuttenverbot sein. Denn die Rockergruppe Hells Angels wollen den Rockern von United Tribuns (UT) in Reutlingen verbieten, ihre Kutten zu tragen.

Angeblich aber waren zwei Mitglieder der United Tribuns gestern in Reutlingen bei einer Schneiderin, um dort ihre Kutten anzuprobieren.

Ausgerechnet da sollen drei Hells Angels in den Laden gekommen sein, ihre Rivalen bedroht haben.

Als die Schneiderin die Polizei rufen wollte, seien die Rocker raus gegangen. Die United Tribuns hätten ihre Kumpels informiert.

Die Sache sollte mit einer Schlägerei geregelt werden.

Doch dazu kam es nicht!

Als die Polizei von dem Rockeraufgebot erfuhr, reagierte sie prompt.

Eine Sprecherin: „Wir haben 120 Polizeikräfte aus der Region zusammengeführt.“

Dann wurden im Bereich des Omnibusbahnhofs rund 30 Personen in neun Fahrzeugen kontrolliert – und jede Menge Waffen beschlagnahmt.

Darunter: 8 Teleskopschlagstöcke, Baseballschläger, Quarzsandhandschuhe, 7 Messer, Schreckschusspistole. Platzverweis!

Krieg um die Rockerkutten gibt es derzeit im ganzen Ländle. Auch die verbotenen, aber weiter agierenden Red Legion wollen den United Tribuns in Stuttgart die Kutten verbieten.

Ein Informant: „In der Rockerszene hier brodelt es derzeit gewaltig. Es wird bald etwas passieren!“

http://www.bild.de/regional/stuttgart/razzia/beamte-stoppen-rocker-krieg-39665352.bild.html

Mitglied der Reutlinger Hells Angels verurteilt

REUTLINGEN. Ein Grund für den Kopfstoß des »Höllen-Engels« in der Diskothek B 27 am 2. März dieses Jahres? »Es gab keinen«, sagte Oberstaatsanwalt Bernhard Henn am gestrigen Dienstag im Amtsgericht Reutlingen. Einmal mehr habe eines der Hells-Angels-Mitglieder mit seinem Verhalten ausdrücken wollen: »Hier sind wir, um zu bestimmen, was uns in einem bestimmten Moment gefällt und was nicht«, so Henn. Was dem nun Angeklagten nicht passte? Ein Blick vielleicht, nicht viel mehr. »Was gucksch du«, hatte der Täter zu einem Disco-Besucher gesagt – und ohne eine Antwort abzuwarten ihm sogleich einen Kopfstoß verpasst.

Nachts um 2 Uhr während einer Geburtstagsfeier der Frau des inhaftierten Reutlinger Rocker-Präsidenten Ingo Dura ereignete sich der Vorfall. Im Gegensatz zu fast allen Zeugen konnten sich das Opfer und dessen Freundin noch sehr gut daran erinnern. Und sie tippten am darauffolgenden Sonntag auch zielsicher auf den Täter, als ihnen bei der Polizei eine »Wahl-Lichtbildvorlage« mit 246 Personen vorgelegt wurde.

Nicht regelkonform

Der Rechtsanwalt des Angeklagten, Günter Urbanczyk, bemängelte aber genau das – was auch Richter Eberhard Hausch, Vorsitzender des Schöffengerichts, einsah: Die Vorlage der Fotos sei nicht regelkonform gelaufen, es hätten mehr ähnlich aussehende Männer im Alter des Täters gezeigt werden müssen, bemängelte Hausch. Aber: »Wir brauchen die Wahl-Lichtbilder gar nicht«, so das Fazit. Denn der Oberstaatsanwalt hatte darauf verwiesen, dass zwei Personen unabhängig voneinander den Täter wiedererkannten – und das, so Henn, »hätte schon zur Überführung ausgereicht«. Dass der Angeklagte mit dem Pferdeschwanz und der Hells-Angels-Kutte an dem Abend auch in der Disco war, reichte dem Schöffengericht aus, um die Tat dem Rocker zuzuschreiben. »Es gibt ja sonst keine Member mit Pferdeschwanz«, sagte Eberhard Hausch.

Hinzu kam, dass sich die Zeugen aus direktem oder indirektem Umfeld der Hells Angels partout nicht daran erinnern konnten, wer an diesem Abend so alles aus ihren Reihen mitgefeiert hatte. Und dass eine Videoaufzeichnung vom Eingang des B 27 ausgerechnet zu dem Zeitpunkt versagte, als die Rocker kamen und gingen, kommentierte der Richter mit der Frage: »Für wie dumm wollen uns die Leute eigentlich verkaufen?«

Einschlägig vorbestraft

»Ohne jegliche Rücksicht auf andere wollen die Angels Chef im Ring sein – die gehören weg und nicht auf die Straße«, begründete Oberstaatsanwalt Bernhard Henn unter anderem seine Forderung, den Angeklagten wegen vorsätzlicher Körperverletzung zwei Jahre hinter Gitter zu schicken. Bewährung könne es nicht geben, weil der 48-Jährige mehrfach einschlägig vorbestraft sei. »Und weil er Bewährungsbrecher ist, nichts gelernt hat, sich nicht aus dem Rockerumfeld gelöst oder ein Anti-Gewalttraining begonnen hat«, ergänzte Eberhard Hausch in seiner Urteilsbegründung. Das Schöffengericht stimmte zwar der Haftforderung von Henn zu – nicht aber der Knastdauer: Ein Jahr sei ausreichend, meinte Hausch.

Im Übrigen habe diese Einzeltat verhältnismäßig wenig mit den Hells Angels zu tun. »Wir wollen ihnen nicht zu viel Ehre zukommen lassen.« Dass der Rockerclub Angst und Schrecken verbreite, gehöre doch eher der Vergangenheit an. »Die Herren werden auch älter und vielleicht weiser«, so der Richter. Ein Ruf wie Donnerhall? Das, meinte Eberhard Hausch, sei ja wohl passé.

http://gea.de/region+reutlingen/reutlingen/+fuer+wie+dumm+wollen+die+uns+verkaufen+.3938066.htm