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Black Rider MC Clubhaus gekündigt

Lauben/Heising – Seit 2013 nutzt der Motorradclub „Black Rider MC Allgäu/Kempten“ den Gasthof Löwen in Lauben bei Kempten als Clubhaus. Anfang April fand hier eine Drogenrazzia statt. Mittlerweile sitzen zwei der 15 Clubmitglieder in Untersuchungshaft. Zwar stehen die Ermittlungsergebnisse derzeit noch aus, trotzdem hat der Gemeinderat sich jetzt mit knapper Mehrheit für eine Kündigung des Mietverhältnisses entschieden.

Zur Vorgeschichte: Am frühen Morgen des 11. April durchsuchten bewaffnete Sondereinsatzkräfte der Polizei im Zuge einer Drogenrazzia unter anderem den Gasthof Löwen in Lauben. Wie es in einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft heißt, sei schon seit Monaten wegen unerlaubtem Handel mit Betäubungsmitteln gegen die Mitglieder des Motorradclubs Black Rider Kempten ermittelt worden. Der Club unterhalte enge Kontakte zu einem Chapter der Hells Angels MC aus Reutlingen. Deren Vize-Präsident habe regelmäßig über einen längeren Zeitraum größere Mengen Rauschgift an den Vize-Präsidenten der Black Rider MC in Lauben geliefert. Beide Männer wurden im Zuge der Razzia in Memmingen von Spezialeinsatzkräften der Polizei festgenommen. Dabei seien mehrere hundert Gramm Kokain sowie mehrere Tausend Euro Drogengeld sichergestellt worden.

Zeitgleich zur Festnahmeaktion sowie in den Folgewochen wurden im Allgäu und in Baden-Württemberg mehrere Hausdurchsuchungen durchgeführt. Dabei wurden nach Polizeiangaben geringe Mengen Betäubungsmittel, verbotene Gegenstände nach dem Waffengesetz sowie eine illegale Schusswaffe (Pistole) sichergestellt. Wegen Besitz dieser Waffe sowie der Sicherstellung einer größeren Menge Rauschgift in seiner Wohnung wurde zwischenzeitlich gegen ein weiteres Mitglied der Black Rider Haftbefehl erlassen.

Aufgrund dieser Ereignisse hat der Laubener Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung entschieden, den Mietvertrag mit dem Motorradclub zum 31.12. 2016 zu kündigen. Weil für ihn jedoch noch viele Fragen offen waren, hatte Bürgermeister Berthold Ziegler sowohl die Vorsitzenden des Motorradclubs als auch den Pressesprecher der Polizeiinspektion Kempten sowie den zuständigen Staatsanwalt zu der Gemeinderatssitzung eingeladen. Letztere beide lehnten die Einladung mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen ab.

Der Motorradclub habe den öffentlich zugänglichen Gasthof stets ordentlich geführt und sehr sauber gehalten, so Ziegler in seinen einleitenden Worten. Die Mitglieder, von denen einige aus Lauben stammen, hätten sich gut ins Dorfleben integriert, öffentliche Grillabende veranstaltet und beim Weihnachtsmarkt oder Weiberfasching mitgewirkt. Angesichts der Vorwürfe, dass hier ein Drogentreff und Drogenumschlagplatz betrieben worden sei, müsse jedoch eine außerordentliche Kündigung in Erwägung gezogen werden.

Da es nach dem rechtsstaatlichen Prinzip keine Vorverurteilungen geben dürfe, wolle man die Betroffenen vor der Beratung selbst zu Wort kommen lassen. Oliver Tomski, der Vorsitzende des MC Kempten (bei dem die Black Rider Mitglieder sind) und der neue Vizepräsident der Black Rider, der 27-jährige Dietmannsrieder Maximilian Mayer, nutzten – standesgemäß mit ihren Kutten bekleidet – die Chance, dem Gremium ihre Sicht der Dinge zu schildern. Sie seien selbst von den Ereignissen geschockt gewesen. „Wir sind einfach eine Gruppe von Leuten, die alle einer regelmäßige Arbeit nachgehen und gemeinsam ihr ­Hobby Motorradfahren ausüben“, betonte Mayer. „Jetzt werden wir hingestellt, wie die größten Kriminellen“. Man kenne zwar die Hells Angels, aber von den Vorgängen, die nun im Raum stehen, habe man nichts gewusst, so Tomski. Die Vorwürfe des Konsums, Handels oder der Lagerung von Drogen im Gasthof träfen nicht zu. „Da ist wirklich nichts dahinter!“ Keiner der drei Spürhunde habe angeschlagen. Zudem verfüge die Gemeinde ja über Schlüssel. Freilich könne er nicht jeden seiner Gäste auf dessen persönliches Drogenkonsumverhalten kontrollieren, so Tomski weiter. „Und was die Leute privat machen, weiß ich nicht.“ Bei jedem Einzelnen Clubmitglied habe eine Hausdurchsuchung stattgefunden, zudem sei von jedem eine Haarprobe zur Ermittlung eventuellen Drogenkonsums genommen worden. „Ich habe die Probe freiwillig abgegeben“, so Tomski. Die Ergebnisse stehen derzeit noch aus. Die beiden Personen, die jetzt in U-Haft sitzen, wurden mittlerweile aus dem Club ausgeschlossen und ihrer Ämter enthoben.

Lange Diskussion und knappe Abstimmung

Die Entscheidung über die ordentliche Kündigung wurde im nichtöffentlichen Teil der Sitzung gefällt. „Das ist eine schwierige Situation, denn die tatsächliche Sachlage ist ja völlig unklar. Wir hatten eine sehr lange Diskussion und eine knappe Abstimmung“, sagte Berthold Ziegler auf Nachfrage des Kreisboten. Dass die Staatsanwaltschaft der Einladung nicht gefolgt sei, ärgere ihn. „Ich wüsste nicht, inwiefern ein einfaches JA oder NEIN auf die Frage, die die bestehenden Vorwürfe bereits mit Fakten unterlegt seien, die Ermittlungsergebnisse hätten gefährden können“, wundert er sich kopfschüttelnd. „Da hat man uns ganz schön im Regen stehen lassen.“

Zwar gelte grundsätzlich die Unschuldsvermutung, jedoch sehe man sich in der Vorsorgepflicht. „Die Betroffenen haben jetzt noch bis 31.12. Zeit, die Fakten darzulegen. Sollte herauskommen, dass die Anschuldigungen haltlos sind, steht einer Diskussion über einen neuen Mietvertrag nichts im Wege.“

http://www.kreisbote.de/lokales/kempten/mietverhaeltnis-black-rider-gekuendigt-6443813.html

Ermittlungen gegen Black Rider MC ausgeweitet

Die Kriminalpolizeiinspektion mit Zentralaufgaben Schwaben Süd/West – KPI(Z) ermittelt zusammen mit der Staatsanwaltschaft Kempten/Allgäu seit mehreren Monaten wegen unerlaubtem Handel mit Betäubungsmitteln gegen die Mitglieder des Motorradclubs Black Rider aus dem Allgäu.

Der Motorradclub unterhält enge Kontakte zu benachbarten Motorradclubs sowie zu einem Charter der Hells Angels MC aus Reutlingen. Nach bisherigen Erkenntnissen lieferte der Vize-Präsident der Hells Angels aus Reutlingen regelmäßig über einen längeren Zeitraum größere Mengen Rauschgift an den Vize-Präsidenten der Black Rider in Lauben/im Allgäu.

Am 11.04.2016 konnten während einer Rauschgiftübergabe auf einem Parkplatz in Memmingen der Vize-Präsident der Hells Angel sowie der Vize-Präsident der Black Rider von Spezialeinsatzkräften der Polizei festgenommen werden. Dabei wurden mehrere hundert Gramm Kokain sowie mehrere Tausend Euro Drogengeld sichergestellt. Gegen beide Männer im Alter von 51 und 40 Jahren wurden Haftbefehle erlassen. Derzeit befinden sie sich in Untersuchungshaft. Zeitgleich zur Festnahmeaktion wurden im Allgäu und in Baden-Württemberg mehrere Anwesen durchsucht und Rauschgift und Waffen sichergestellt. Die Durchsuchungsobjekte befanden sich dabei im Umland von Kempten, Kaufbeuren und Memmingen.

Begleitend zu den Durchsuchungen wurden von den eingesetzten Finanzermittlern der KPI(Z) mehrere zehntausend Euro Bargeld sowie weitere Vermögensgegenstände, insbesondere Fahrzeuge, beschlagnahmt. Der Gewinn der Beschuldigten aus illegalen Rauschgiftgeschäften soll damit abgeschöpft werden.

Im Zuge der weiteren Ermittlungen und Erkenntnisse zu umfangreichen Rauschgiftverkäufen an eine Vielzahl von Abnehmern wurden im Laufe der nächsten Wochen noch weitere Durchsuchungen durchgeführt. Dabei wurden geringe Mengen Betäubungsmittel, verbotene Gegenstände nach dem Waffengesetz sowie eine illegale Schusswaffe (Pistole) sichergestellt. Wegen Besitz dieser Waffe sowie der Sicherstellung einer größeren Menge Rauschgift in seiner Wohnung wurde zwischenzeitlich gegen ein weiteres Mitglied der Black Rider, einen 46-jähriger Mann, Haftbefehl erlassen.

Aufgrund richterlicher Anordnung wurden am gestrigen Morgen weitere 15 Wohnungen und Objekte in den Bereichen Kempten und Kaufbeuren durchsucht. Dabei wurden diverse Kleinmengen Kokain und Haschisch sichergestellt. Die Anzahl der durchsuchten Objekte steigt damit insgesamt auf 44.

Eine von den Mitgliedern betriebene öffentlich zugängliche Gaststätte in Lauben wurde zeitgleich als Clubheim benutzt. Bei den dort stattgefundenen regelmäßigen Mitgliedertreffen wurde nach bisherigen Erkenntnissen Rauschgift konsumiert, verkauft und verwahrt. Nach aktuellem Ermittlungsstand hat sich von den 18 bekannten Mitgliedern des Motorradclubs nur ein einziges Mitglied nicht am Rauschgiftkonsum oder an Betäubungsmitteldelikten beteiligt.

http://www.new-facts.eu/allgaeu-ermittlungen-gegen-rockergruppierung-black-rider-im-allgaeu-ausgeweitet-weitere-durchsuchungen-154585.html

Drogen Razzia bei Hells Angels Reutlingen

Im Zuge einer großangelegten Rauschgift-Razzia der Kriminalpolizei Neu-Ulm ist am Montag auch die Hells Angels MC Kneipe „The Other Place“ in der Reutlinger Mauerstraße von einem Spezialeinsatzkommando durchsucht worden.

Reutlingen.Seit dem vergangenen Herbst hatten die bayrischen Polizisten ihre Ermittlungen gegen die Rockerszene im süddeutschen Raum vorangetrieben, ehe die Beamten am Montagmorgen auf einem Parkplatz bei Memmingen im Allgäu zwei Männer bei einem Drogengeschäft festnahmen. Laut Auskunft der Staatsanwaltschaft Kempten gehören diese dem Rockerclub Black Rider MC im Allgäu an, der geschäftliche Verbindungen zu den Reutlinger Hells Angels unterhalten soll.

Nach der Festnahme durchsuchten die Beamten deshalb zwölf Objekte in Bayern und Baden-Württemberg, darunter Clubheime, Lagerräume und Kneipen. In Reutlingen habe man im „The Place“ allerdings nichts finden können, erklärt Bernhard Menzel, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Kempten. Man gehe jedoch davon aus, dass die Hells Angels an den Drogengeschäften mit dem MC Black Rider beteiligt sind. Es gebe mehrere Beschuldigte, gegen die weiter ermittelt wird, es sei am Montag aber keiner festgenommen worden.

Fündig wurden die Polizisten andernorts dann doch noch und stellten insgesamt „eine nicht unbedeutende Menge Rauschgift“ sicher. Um welche Drogen es sich handelt und wie viel genau gefunden wurde, darüber geben die Ermittler bislang noch keine Auskunft. Zuvor müssten die Substanzen noch im Labor untersucht werden.

http://www.tagblatt.de/Nachrichten/Drogen-Razzia-im-The-Place-Verbindungen-zum-MC-Black-Rider-284246.html

Polizei durchsuchte Wohnungen im Allgäu

Razzien in drei Landkreisen. Ermittelt wird gegen Mitglieder eines Allgäuer Motorradclubs. Zwei Männer werden bei Festnahme leicht verletzt.

Die Polizei hat am Montag über ein Dutzend Wohnungen im nördlichen Oberallgäu, im mittleren Ostallgäu und im Unterallgäu durchsucht. Weitere Razzien gab es im Raum Reutlingen. Anlass dafür waren Ermittlungen gegen Mitglieder des Rockerclubs „Black Rider MC Kempten/Allgäu“. Die Polizei verhaftete zwei Männer der Gruppierung gestern Morgen am südlichen Stadtrand von Memmingen. Dabei wurde in einem Lieferwagen eine Substanz in großer Menge gefunden, vermutlich Rauschgift. Die Männer wehrten sich gegen die Festnahme und wurden dabei leicht verletzt. Hintergrund der Aktion waren mehrmonatige Ermittlungen gegen den Motorradclub. Auch das Vereinsheim des Clubs in Lauben bei Kempten, der Gasthof Löwen wurde durchsucht. Dabei wurde nichts gefunden. Versehentlich nahmen Beamte Hans-Hermann Uhl, den früheren Pächter des „Löwen“ fest, sie ließen ihn aber wenig später wieder frei.

Die beiden Männer, 40 und 51 Jahre alt, waren wegen eines Rauschgifthandels mit dem Oberallgäuer Lieferwagen nach Memmingen gefahren. Dort hatte die Polizei schon auf sie gewartet. Im Bereich des A7-Pendlerparkplatzes hieß es dann „Zugriff“. Der Beifahrer wurde festgenommen, der Fahrer versuchte noch, zu fliehen. Ein ziviler Polizeiwagen blockte die Flucht aber ab. Es kam zu einem Zusammenstoß der Autos mit einem leichten Blechschaden. Beide Männer wehrten sich gegen die Verhaftung und wurden leicht verletzt. Ihnen werden schwere Straftaten im Bereich Rauschgifthandel zur Last gelegt. Sie sitzen bereits in U-Haft. Es müsse nun geprüft werden, ob der Rockerclub „als Ganzer“ verstrickt in die Sache ist, sagt Polizeisprecher Christian Eckel. Es könne auch sein, dass es sich um Einzeltaten der beiden Männer handelt. Der Club sei nämlich mit kriminellen Gruppierungen wie den „Hells Angels MC“ nicht gleichzusetzen. Vielmehr handelt es sich bei den „Black Ridern“ um Hobbybiker, die sonst normalen Berufen nachgehen. Aber die „Black Rider“ unterhalten immerhin Kontakte zu den großen Clubs. Und in Reutlingen gibt es einen Ableger der „Hell’s Angels“. Ob dort etwas gefunden oder jemand verhaftet wurde, sagte die federführende Staatsanwaltschaft Kempten nicht.

In der kleinen Gemeinde Lauben, in der sich das Clubhaus befindet, sorgte das Großaufgebot für Aufsehen. Nicht zuletzt wegen dem, was die Besucher der Bäckerei direkt gegenüber am frühen Morgen zu sehen bekamen: Hans-Hermann Uhl, den früheren Pächter des „Löwen“, in Schlafanzughose und Handschellen vor dem Haus. Seit 18 Jahren lebt Uhl in der Pächterwohnung im Obergeschoss. Das Gasthaus betreibt er seit drei Jahren nicht mehr, in der Wohnung lebt er aber noch. Dort, so sagte er auf Anfrage unserer Zeitung, hörte er am frühen Morgen Lärm. Er erinnert sich: „Plötzlich stand ich in der Tür dieser schwarzen Wand von maskierten Polizisten gegenüber.“ Sie rangen ihn zu Boden, legten ihm auf dem Rücken Handschellen an und brachten ihn nach draußen. Dort stand der ehemalige Pächter dann, bis abgeklärt war, dass er mit dem Motorradclub nichts zu schaffen hat.

Innerhalb kürzester Zeit hatte sich der Einsatz herumgesprochen. In der Bäckerei waren die Vorgänge im „Löwen“ am Vormittag das Gesprächsthema. Von der anderen Straßenseite aus wanderten fragende Blicke immer wieder hinüber zu dem alten Gasthof, der mit weiß-rotem Polizeiband abgesperrt war und in dem Polizisten in schwarzen Anzügen und teilweise mit Sturmhauben über dem Kopf ein- und ausgingen. Auf die immer wieder von verschiedenen Menschen gestellte Frage, was denn los sei: keine Antwort.

Vor drei Jahren hat der „MC Black Rider“ den Gasthof Löwen von der Gemeinde gepachtet. Bedingung der Gemeinde war, dass der Club den Gasthof nicht nur als Clubheim nutzt, sondern auch die Laubener mit einbezieht. Unter der Woche dient der Gasthof seither als Clubhaus, jeden Freitag- und Samstagabend ist auch für alle anderen geöffnet. Anfängliche Bedenken der Laubener hatten sich mit dem Einzug des „MC Black Rider“ schnell zerstreut. Mittlerweile kommen die Laubener gerne in den „Löwen“. Als „anständig und nett“ beschreiben viele die Motorradfans.

Laubens Bürgermeister Berthold Ziegler sagte, dass die Gemeinde mit den Rockern als Mietern nie Probleme gehabt habe. Ganz im Gegenteil: Die Vereinsmitglieder hielten das Gebäude mitten im Ort gut in Schuss. Gerade freue man sich zudem auf die Grillsaison. Im vergangenen Jahr waren im Löwen regelmäßige Grillabende eingeführt worden. Ziegler bezweifelt, dass der Polizeieinsatz im Gasthof illegale Machenschaften zutage bringen wird. Die MC-Verantwortlichen hätten sich stets als zuverlässig erwiesen.

http://www.augsburger-allgemeine.de/krumbach/Polizei-durchsucht-ueber-ein-Dutzend-Wohnungen-id37465952.html

Hausdurchsuchungen in der Ulmer Rockerszene

Hausdurchsuchungen in der Ulmer Rockerszene

In der Region tobt ein Rockerkrieg, bei dem Heidenheim zwar nicht im Zentrum steht, aber durchaus tangiert wird. Jetzt hat die Polizei zehn Wohnungen von Tatverdächtigen durchsucht, auch im Landkreis Heidenheim. Gefunden wurden Waffen, Anabolika, Messer und Schlagwerkzeuge.

Vorfälle zwischen verschiedenen rockerähnlichen Gruppierungen ziehen sich durch die vergangenen Monate. Bereits am 13. Mai fielen in Ulm Schüsse auf ein Bordell namens Lolita-Club, das früher von einem Mitglied der Black Jackets betrieben wurde. Heute ist das Etablissement in der Hand von zwei kosovarischen Brüdern, die zur Vereinigung Blue Rockmachine gehören. Die beiden betreiben außerdem ein Lokal am Kornhausplatz in Ulm, das am 12. Juni Zielscheibe eines Anschlags mit Hilfe eines Sprengsatzes wurde. Insider vermuten, dass dann der Gegenschlag erfolgte: Zwei Tage später krachte es im Landkreis Heidenheim, auf das Gelände eines Autohändlers in Nattheim wurden mehrere Molotow-Cocktails geworfen.

In einschlägigen Kreisen heißt es, dass die United Tribuns, eine Vereinigung aus der Türsteher- und Bodybuilder-Szene, in Ulm versuche, Einfluss auf das Rotlichtmilieu zu gewinnen. Der Chef der Ulmer United Tribuns soll aus dem Landkreis Heidenheim stammen. Ihm wird auch die Verbindung zu dem Nattheimer Autohändler zugeschrieben, die dieser aber gegenüber unserer Zeitung bestritten hat.

Die Polizei will sich indes nicht weiter in die Karten schauen lassen, nicht einmal die Namen der Gruppierungen, die hier involviert sind, werden genannt. Die Durchsuchungen, die gestern bekanntgegeben wurden, fanden bereits Mitte August in Stuttgart, Böblingen, Aalen, Esslingen, Neu-Ulm, Augsburg, Schwäbisch Gmünd und Heidenheim statt. Sichergestellt wurden neben fünf Schreckschusswaffen und 20 verbotenen Gegenständen – darunter eine Machete – auch Datenträger und Unterlagen, die zur Aufklärung der Straftaten beitragen sollen.

Dass es auch im Landkreis Heidenheim Mitglieder der United Tribuns gibt, scheint unbestritten. So waren beispielsweise an einer Auseinandersetzung zwischen United Tribuns und Hells Angels in Reutlingen Anfang August auch einige Heidenheimer beteiligt.

Welche Rolle die Black Jackets in der Auseinandersetzung der Gruppierungen spielen, bleibt hingegen unklar. Laut Medienberichten konnte die Polizei Ende Mai einen Zusammenstoß verfeindeter Gruppierungen in Ulm verhindern. Damals sollen Mitglieder der Bandidos, der Black Jackets und der Blue Rockmachine gegen die United Tribuns aufmarschiert sein. In Heidenheim hatte die Polizei am 31. Mai mit mehreren Streifenwagen und einem Hubschrauber 20 Mitglieder eines Clubs gestoppt, die sich vor einem Lokal in der Oststadt versammelt hatten und offenbar nach Ulm fahren wollten.

http://www.swp.de/heidenheim/lokales/kreisheidenheim/Waffen-und-Anabolika-Hausdurchsuchung-in-Rockerszene;art1168195,3409053