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Ex Hells Angels Member verurteilt

REUTLINGEN/TÜBINGEN. Vor einer Bar am Rande der Reutlinger Innenstadt ging am 4. Januar 2014 ein 39-Jähriger mit dem Messer auf seinen Kontrahenten los und verletzte ihn durch mehrere Schnitte schwer. War die Tat nun ein versuchter Totschlag, wie es die Staatsanwaltschaft sieht? Oder handelte es sich bei der Attacke »nur« um eine gefährliche Körperverletzung, woran die Verteidigung glaubt?

Dass es in jedem Fall ein »Riesenscheiß« war, was er gemacht hat, hat der 39-Jährige inzwischen eingesehen. Er hat auch bereits versucht, den Schaden, den er angerichtet hat, so weit wie möglich wieder gut zu machen. So hat er an den Angeklagten ein Schmerzensgeld von 7 000 Euro bezahlt. Weitere 5 000 Euro sollen noch folgen.

Allerdings wird es den 39-Jährigen nicht davor bewahren, dass er für seinen sinnlosen Messerangriff ins Gefängnis muss. Möglicherweise für viereinhalb Jahre, wie es Staatsanwalt Nicolaus Wegele gestern forderte, oder für zweieinhalb Jahre, was die Verteidiger Daniel Mahler und Urs Heck für angemessen halten.

Damals bei den Hells Angels

Der Angeklagte scheint ein ziemlicher Hitzkopf zu sein. Er hat in der Vergangenheit schon öfters im Streit zugeschlagen und deshalb Vorstrafen wegen Körperverletzung kassiert. Auch am 4. Januar 2014 hatte er sich nicht im Griff. Auslöser für den Streit war eine Unterhaltung in der Bar zwischen der schwangeren Verlobten des Angeklagten und einem 38-jährigen Mann, der aus Marokko stammt.

Die beiden hatten sich auf Englisch miteinander unterhalten und waren auch auf das Thema Schwangerschaft gekommen. Irgendetwas hat der 38-Jährige dann zu der Frau gesagt, was der Angeklagte, der damals zu den Hells Angels gehörte, offenbar als Anmache seiner Verlobten aufgefasst hat.

Verteidiger Daniel Mahler meint, dass sein Mandant damals »fortwährend alles falsch verstanden hat«. Auch später vor dem Lokal, als die beiden Kontrahenten wieder aneinandergerieten und der 39-jährige Reutlinger schließlich zum Messer griff, »weil der andere nicht zurückwich«. Mahler ist allerdings der Auffassung, dass sein Mandant am Ende aus eigenem Antrieb aufhörte, als »er sah, was er angerichtet hat«. Mahler: »Wenn er gewollt hätte, hätte er sicher noch weitermachen können.« Für den Anwalt war es deshalb »ein Rücktritt vom versuchten Totschlag« und damit »nur« eine gefährliche Körperverletzung.

Einfach weggerannt

Staatsanwalt Wegele ist anderer Meinung. Der 39-Jährige habe bei der Messerattacke billigend in Kauf genommen, dass das Opfer ums Leben komme. Niemand könne in so einer Situation genau kontrollieren, was ein Messer anrichte. Auch sei der Angeklagte nach der Tat einfach weggerannt, »ohne sich um den Verletzten zu kümmern«.

Das Opfer erlitt fünf Messerschnitte. Einer davon durchtrennte eine Sehne an seinem linken Arm. Durch die Verletzungen verlor der 38-Jährige viel Blut. Er hatte noch Glück, dass eine Krankenschwester an diesem Abend ebenfalls in dem Lokal war. Sie drückte die Blutung in einer Erstversorgung mit einem Kleidungsstück ab.

Trotzdem war die Verletzung kritisch, weil das Opfer auf ein »akut lebensbedrohliches Schockgeschehen« zusteuerte, was im schlimmsten Fall zu Organversagen hätte führen können, wie Rechtsmedizinerin Adina Schweickhardt erklärte.

Wegele ist sich sicher, dass der Angeklagte nicht von alleine aufgehört hätte. Ein Kumpel wie auch die Verlobte des 39-Jährigen seien immer wieder dazwischen gegangen, um den Angeklagten von seinem Opfer wegzuziehen und ihn davon abzuhalten, weiter zuzustechen.

Das Urteil verkündet die Schwurgerichtskammer am 24. April.

http://www.gea.de/region+reutlingen/reutlingen/taeter+zahlt+freiwillig+schmerzensgeld.3800611.htm

Hells Angels Reutlingen räumen ihr Clubhaus

Die Hells Angels verlassen derzeit ihr Vereinsheim in der Albstraße. „Wir sind so gut wie ausgezogen, spätestens Ende Juli sind wir draußen“, sagte Harry Schönhaar von den Hells Angels dem TAGBLATT. Zur Zukunft des Vereinsheims wollte er allerdings nichts sagen.

Die Besitzer des Gebäudes, eine Erbengemeinschaft, hatten im vergangenen Jahr eine Räumungsklage erhoben. Die Zivilklage war jedoch vom Reutlinger Amtsgericht ans Tübinger Landgericht verwiesen worden. Das Amtsgericht hatte sich wegen der Höhe des Streitwertes (die Jahrespacht für das Gebäude liegt über 5000 Euro) für nicht zuständig erklärt.

Die Erbengemeinschaft will das Haus nach TAGBLATT-Informationen abreißen (wir berichteten). Das Klubheim war bisher in der ehemaligen Gaststätte „Zum Anker“ in der Albstraße 37. Pächter ist eine GmbH, die das Haus offenbar an das Reutlinger Chapter des Hells Angels unterverpachtet hatte.

http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/reutlingen_artikel,-Hells-Angels-raeumen-ihr-Klubheim-_arid,264275.html

Hells Angels demonstrieren in Reutlingen

Am Samstagnachmittag schauten einige Passanten in der Reutlinger Innenstadt etwas verduzt, die sonst so gefürchteten Rocker der Hells Angels liefen mit Transparenten und Flyern durch die Stadt. Der Grund dieser Demonstration war die Festnahme von Ingo Dura im Mai 2013. Der Präsident der Hells Angels Reutlingen wurde aufgrund von räuberischer Erpressung festgenommen. Vorausgegangen war eine Prügelattacke auf einen Freund von Ingo Dura, dieser lag daraufhin im Koma. Ingo Dura wollte nach unseren Informationen zwischen dem Schläger vermitteln. Der Schläger kam in ein Zeugenschutzprogramm und sagte gegen Ingo Dura aus, was seine Festnahme zur Folge hatte. Die Ehefrau von Ingo Dura organisierte eine Demonstration gegen die Verurteilung Ihres Mannes. Über 150 Hells Angels aus ganz Europa kamen und verschafften ihren Unmut friedlich Gehör.

Der Text des ausgeteilten Flyers in dem der Fall ausführlich beschrieben ist:
Ehefrau von Ingo Dura President der Hells Angels Reutlingen bricht ihr Schweigen!!

Nach Abschluß der Beweisaufnahme im Hells Angels Prozess vor dem Landgericht Tübingen beschließt die Ehefrau von Ingo Dura ihr Schweigen zu brechen.

Nach dem Plädoyer des Oberstaatsanwaltes Henn, sowie der Verteidigung, möchte und kann ich als Ehefrau von Ingo Dura nicht mehr länger zusehen, auf welche Art und Weise mein Mann der Justiz ausgeliefert ist.

Bis zur Festnahme meines Mannes im Mai 2013 war für uns die Welt noch in Ordnung, das Jahr 2013 hatte für uns ja positiv begonnen. Unsere Töchter haben beide berufliche bzw. schulische Abschlüsse erzielt. Eine Tochter hat ihre Berufsausbildung absolviert und die andere Tochter hat das Abitur erfolgreich bestanden. Um unserer Tochter einen Berufsabschluss zu ermöglichen haben mein Mann und ich dafür gesorgt, dass unser Enkelkind bestens betreut wird, natürlich auch von uns Großeltern selbst. Dies war für uns selbstverständlich.

Allerdings brach unsere positive Familienwelt im Mai 2013 zusammen, als mein Mann wegen dem Vorwurf der versuchten räuberischen Erpressung festgenommen wurde und in Untersuchungshaft kam. Meinem Mann wurde vorgeworfen, er hätte zu unrecht gegenüber einem Gastwirt, der im übrigen bis dahin mit uns befreundet war und den wir beide gut kennen, versucht einen gewissen Geldbetrag zu erhalten. Dass dies nicht zutreffend war, hat sich sehr schnell herausgestellt. Die Wahrheit ist, dass mein Mann den besagten Gastwirt deshalb aufgesucht hatte, weil er als Freund vermitteln wollte mit dem Hintergrund, dass dieser Gastwirt einen anderen Freund von uns fast zu Tode geprügelt hatte. Es handelt sich hierbei um einen bekannten Musiker, der nach der schweren Prügelattacke längere Zeit im Koma lag und auch für mehrere Wochen unklar war, ob er die vielen massiven Fußtritte des Gastwirts überlebt.

Lediglich Vermittler zwischen Täter und Opfer
Als die Verteidigung meines Mannes die Ermittlungsakten erhalten hatte, war diese positiv gestimmt im Hinblick auf Aufhebung des Haftbefehls. Denn es war klar, dass die Geltendmachung, das heißt Ausrichtung einer Party zu Gunsten des schwer verletzten Musikers, berechtigt war. Denn selbst anhand der Aussage des Wirts war eindeutig, dass mein Mann Ingo Dura weder sich noch die Hells Angels Reutlingen bereichern wollte, sondern ausschließlich als Vermittler zwischen Täter und Opfer agieren wollte, um dem geschlagenen, inzwischen berufsunfähigen Musiker zu unterstützen. Sowohl Gastwirt als auch Musiker haben nach der gravierenden Körperverletzung sofort Kontakt mit meinem Mann aufgenommen. Seitens des Gastwirts erfolgte eine SMS an meinen Mann“ Ich habe Deinen Musiker zerlegt“.

Anstelle der Aufhebung des Haftbefehls war es allerdings so, dass der Gastwirt in ein Zeugenschutzprogramm kam und von Seiten der Polizei dafür Sorge getragen wurde, dass sein Gewerbe bezüglich seines Lokals rückwirkend abgemeldet wurde. Dies ist aus steuerlichen Gründen niemals möglich, denn das Lokal war nachweislich noch geöffnet. Des weiteren wurde von Seiten der Polizei Sorge getragen, dass dieser Gastwirt- obschon er finanziell mit dem Rücken an der Wand stand- einen kompletten Neubeginn starten durfte, also von sämtlichen Schulden und Altlasten befreit wurde.

Einseitige Ermittlungen
Während der Hauptverhandlung hat sich nun ergeben, dass Akten der Staatsanwaltschaft manipuliert wurden, also einseitig ermittelt wurde, natürlich zu Lasten meines Mannes. Ein Richter des Amtsgerichts Reutlingen hat rechtswidrig die Verteidigung von der Vernehmung des „Kronzeugen“ der Staatsanwaltschaft ausgeschlossen. Die Verteidigung hatte somit nicht die Möglichkeit zu einem frühen Zeitpunkt auf die Vernehmung des Gastwirts zu reagieren und auf die gravierenden Widersprüche der Vernehmung hinzuweisen.

Fast zu Tode geprügelter Musiker wird zum zweiten mal Opfer
Spätestens bei dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft wurde klar, dass es nicht um die Aufklärung eines Sachverhaltes geht, sondern darum einen Hells Angels, meinen Mann für längere Zeit wegzusperren. Das Tragische an der Geschichte ist, dass hierbei der schwerverletzte fast zu Tode geprügelte Musiker zum zweiten mal Opfer wird, denn, so wurde es auch vom Gericht mitgeteilt, seine Rechte und Ansprüche gegenüber dem schlagenden „Kronzeugen“ können nicht mehr geltend gemacht werden. Die Polizei verhalf einem gefährlichen Gastwirt in eine neue Identität, der für niemand mehr erreichbar ist und mit finanzieller Unterstützung des Staates gut leben kann.

Wir sind alle sprachlos über die Vorgehensweise der Staatsanwaltschaft und können nicht verstehen, warum auch das Gericht an einer objektiven Aufklärung nicht interessiert war.

Dass dieser Gastwirt nicht nur das Leben eines Musikers und dessen Familie zerstört hat, sondern auch unsere Familie auseinander gerissen hat, ist das eine. Das andere ist allerdings, dass für keinen mehr klar erkennbar ist, warum eine Ermittlungsbehörde dies zulässt und geradezu unterstützt. Mein Mann hat den Verursacher der schweren, fast tödlichen Verletzungen lediglich aufgefordert, dem Opfer auf die Beine zu helfen. Dies wurde letztendlich vom “Kronzeugen“ auch so bestätigt. Trotzdem befindet sich mein Mann in Haft, nicht der gewalttätige Gastwirt, der einem Menschen so schwere Verletzungen zugefügt hat, dass man lange Zeit nicht wusste ob der Musiker dies überleben wird. Bevor mein Mann zu dem Gastwirt ging, lies er sich davor von mehreren Tatzeugen der Körperverletzung, insbesondere natürlich von dem Musiker berichten, wie es zu dieser Körperverletzung kam und erfuhr hierbei, dass der Gastwirt mit mehreren Fußtritten auf den bereits am Boden bewusstlos liegenden Musiker eintrat.

Meine Töchter und ich können diese Ungerechtigkeit nicht verstehen und sind bestürzt über diese blinde Justitia.
Trotzdem werden wir immer zusammen halten!

Ulrike Dura

http://friebepr.de/hells-angels-demonstrieren-in-der-reutlinger-innenstadt-lk-reutlingen/

Vier Jahre Haft für Ingo Dura

Er soll einen Kneipenwirt erpresst und eingeschüchtert haben. Doch für den Chef der Reutlinger Hells Angels verlief die Aktion anders als geplant: Das Opfer ließ sich nicht ins Bockshorn jagen und bringt den Rocker nun hinter Gitter.

Tübingen – Nach einer Racheaktion im Rockermilieu muss der Chef der Reutlinger Hells Angels für vier Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Tübingen verurteilte den 48-Jährigen am Montag unter anderem wegen versuchter besonders schwerer räuberischer Erpressung. Die Richter gingen davon aus, dass der Rockerboss im Mai 2013 einen Kneipenwirt mit vorgehaltenem Hammer erpresst hatte. Ein Musiker aus dem Umfeld der Hells Angels war zuvor bei einer Schlägerei mit dem Wirt schwer verletzt worden. Der Rockerchef habe daraufhin „in eigener Machtvollkommenheit“ von dem Kneipier eine Wiedergutmachung verlangt, so der Vorsitzende Richter. Die Staatsanwaltschaft hatte knapp sieben Jahre Haft gefordert, die Verteidigung einen Freispruch.

Das Gericht schenkte den „zuverlässigen“ Aussagen des 51-jährige Kneipenbesitzer Glauben, der im Prozess als Kronzeuge aufgetreten war. Er lebt derzeit im Zeugenschutzprogramm. Vor Gericht schilderte er, wie der Rocker-Chef mit seinen Begleitern „stinksauer“ das Lokal betreten und die Gäste fortgeschickt habe. „Eigentlich sollte ich Dir den Schädel einschlagen“, habe der Hells-Angels-Präsident gesagt und seinem Auftritt mit erhobenem Hammer Nachdruck verliehen. Als Wiedergutmachung habe er unter anderem 10 000 Euro verlangt. Der eingeschüchterte Kneipier willigte damals nach eigenen Angaben zum Schein in die Forderungen ein, informierte dann aber die Polizei.

Angeklagter kann Gericht nicht überzeugen

Wenig überzeugend fand das Gericht die Version des Hells-Angels-Chefs. Der hatte behauptet, er sei nur in die Kneipe gekommen, um nach der Prügelei zwischen seinen langjährigen Freunden zu vermitteln und friedlich eine Wiedergutmachung zu erreichen. Ein Hammer habe in der Auseinandersetzung mit dem Wirt keine Rolle gespielt. Erst als er das Lokal wieder verlassen habe, habe er einem Gast das Werkzeug drohend an den Hals gehalten. Angesicht der großen Menschenmenge vor dem Lokal sei er in Panik geraten, entschuldige er sich. Den Hammer habe er für den Fall einer Panne übrigens immer im Auto liegen, ließ der sechsfach Vorbestrafte wissen. Für das Gericht war das jedoch keine ausreichend plausible Begründung dafür, das er das Werkzeug an jenem Tag mit ins Lokal genommen habe.

Die Verteidiger des Rocker-Chefs hatten massive Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Kneipenbesitzers. Um seiner eigenen Verurteilung wegen der vorangegangenen Schlägerei zu entgehen, führe der Wirt haltlose Vorwürfe gegen den Hells-Angels-Chef ins Feld, hatte einer der Verteidiger gesagt.

Zwei Männer, die den Rockerchef bei der Tat begleitet hatten, verurteilten die Richter zu zehn Monaten Haft und zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr. Die Verlesung des Urteils musste der Richter mehrmals unterbrechen. Immer wieder wurde er durch den Rockerchef lautstark gestört.

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.urteil-gegen-hells-angels-vier-jahre-haft-fuer-reutlinger-rocker-chef.b6c8ff1a-750e-4cad-bb12-82e682858659.html

Urteil im Rocker-Prozess

Der Chef der Reutlinger Hells Angels muss für vier Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Tübingen verurteilte den 48-Jährigen unter anderem wegen versuchter besonders schwerer räuberischer Erpressung. Er soll im Mai 2013 einen Kneipenwirt unter Androhung von Hammerschlägen erpresst haben.

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/bw/tuebingen-urteil-im-rocker-prozess/-/id=1622/did=12811802/nid=1622/rmymuz/index.html