NPD-Vize Sascha Roßmüller verhaftet

Bei einer Großrazzia hat die Polizei in der niederbayerischen Rockerszene Waffen, Munition und Drogen sichergestellt. In Haft ist auch der aus Niederbayern stammende stellvertretende NPD-Landesvorsitzende Sascha Roßmüller.

Roßmüller ist bei der Großrazzia in der niederbayerischen Rockerszene verhaftet worden, bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Regensburg auf BR-Anfrage. Dem 41-Jährigen wird vorgeworfen, vor vier Jahren in eine bewaffnete Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Rockergangs verwickelt gewesen zu sein. Dabei seien zwei Personen verletzt worden. Der NPD-Politiker ist Schriftführer beim Regensburger “Chapter” des Rockerclubs Bandidos.

Insgesamt wurden bei der Razzia sechs Männer festgenommen. Drei von ihnen stammen aus dem Umfeld des berüchtigten Motorradclubs Bandidos. Das teilte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Niederbayern am Donnerstag (23.10.14) mit. Den Männern werden Drogendelikte und Verstöße gegen das Waffengesetz vorgeworfen.

Die Fahnder stellten bei der Durchsuchung illegale Waffen, Munition, verbotene Gegenstände sowie Drogen und eine größere Menge Arzneimittel sicher.

Die Razzia betraf rund 20 Häuser in den Landkreisen Passau, Freyung-Grafenau, Deggendorf und Regen. Unter anderem waren die Einsatzkräfte nach Beobachtungen von Zeitungsreportern in Vilshofen im Einsatz. Nähere Informationen gaben die Beamten nach Absprache mit der Staatsanwaltschaft nicht bekannt.

http://www.br.de/nachrichten/niederbayern/inhalt/razzia-rockerszene-100.html

Hells Angels Göttingen verboten

Der Hells Angels-Spuk in Adelebsen ist vorbei: Nach einem Verbot des „Hells Angels MC Chapter Göttingen“ durch das niedersächsische Innenministerium durchsuchte die Polizei den Hells Angels-Treffpunkt in der Langen Straße und stellte die Inneneinrichtung samt Computer, Schriftstücken und anderen Gegenständen sicher.

Gleichzeitig wurden 16 weitere Objekte in Niedersachsen durchsucht, darunter allein zwölf in Südniedersachsen. Weitere Durchsuchungen trafen drei Wohnungen in Braunschweig und eine in Hannover. Damit wurde zum erstenmal in Niedersachsen ein Rockerclub verboten.

Um 6 Uhr früh rückten ein Dutzend Polizeifahrzeuge in Adelebsen an. Beamte sperrten den größten Teil der zu diesem Zeitpunkt menschenleeren Langen Straße und drangen ins Vereinshaus ein. Sofort wurden die Angels-Symbole wie das „81“-Zeichen oder die Ein-Prozent-Raute auf der Eingangstür übermalt.

Durchsucht wurde auch das Auto des lokalen 48-jährigen Hells Angels-Chefs. Der sitzt derzeit in der JVA Kassel in Untersuchungshaft, wo ihm zum gleichen Zeitpunkt die Verbotsverfügung gegen seinen Hells Angels-Verein zugestellt wurde. Nicht betroffen von der Durchsuchung war die Pizzeria in anderen Hausteil, die trotz ihres Namens „Rocky“ nichts mit den Rockern zu tun habe, wie der Besitzer betont.

Das Innenministerium begründete die Aktion unter anderem damit, dass es in Niedersachsen zum ersten Mal gelungen sei, ein Hells Angels-Chapter in Verbindung zu konkreten Straftaten zu bringen. Aber auch das gestörte Sicherheitsgefühl der Bevölkerung habe eine Rolle gespielt. Das Verbot des Clubs und die Schließung des Treffpunkts diene auch der Befriedung.

Bei den Durchsuchungen hat die Polizei umfangreiches Material beschlagnahmt. Darunter sind fünf Harley-Davidson-Maschinen, Messer, Schlagringe, Dekowaffen und Kutten, aber auch Drogen, Computer, Handys, Laptops und USB-Sticks. Das sagte Landespolizeipräsident Uwe Binias am Freitag in Hannover. Festnahmen gab es bei den Durchsuchungen im Raum Göttingen, Braunschweig und Hannover nicht.

Adelebser Bewohner unterschiedlicher Meinung

Patrick Riebe, Anwalt der von der Durchsuchung betroffenen Hells Angels-Mitglieder, kritisierte die groß angelegte Polizeiaktion. Das Vorgehen des Innenministeriums sei „völlig überzogen und lächerlich“. Die meisten Mitglieder der Göttinger Hells-Angels-Abteilung seien keine gefährlichen Gewaltkriminellen, sondern Menschen aus der Region mit Spaß an der Motorradkultur.

Adelebser Bewohner sehen das Verbot unterschiedlich. Die einen zeigen offen ihre Freude darüber, dass die Rocker verschwunden sind. Andere hingegen meinen, die Mitglieder, die zudem aus der Region stammen und dort gut bekannt sind, seien im Ort höflich und normal aufgetreten. Allerdings: Offen reden will niemand.

Der Göttinger Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin begrüßte das Verbot: „Innenminister Pistorius setzt mit dem Verbot ein wichtiges Signal gegen Organisierte Kriminalität. Die „Rocker“ haben schon zu lange in Güntersen und Adelebsen ihr Unwesen getrieben.“ Allein mit einem Verbot aber sei das Problem noch nicht aus der Welt. Polizei, Staatsanwaltschaft und Behörden vor Ort müssten verhindern, dass sich die Hells Angels verdeckt neu organisierten.

http://www.goettinger-tageblatt.de/Nachrichten/Goettingen/Uebersicht/Hells-Angels-Club-Goettingen-in-Niedersachsen-verboten

Bluttat im Bordell vor Gericht

Porta Westfalica/Bielefeld. Es geht um Rocker und Türsteher, das Rotlichtmilieu und vielleicht auch um die tiefsitzende Abneigung zwischen Serben und Kosovo-Albanern. Seit Mittwoch verhandelt die 2. Große Strafkammer des Landgerichtes Bielefeld unter starkem Polizeischutz und besonderen Sicherheitsvorkehrungen in einem nicht alltäglichen Fall.

Angeklagt ist ein 27 Jahre alter Deutsch-Serbe aus Bielefeld, der zum Umfeld der “United Tribuns” gehören soll. Mitglieder dieser Rockerbande haben sich auch am Freitag unbefugt Zutritt zur Diskothek Ego am Werre-Park verschafft. Staatsanwältin Dr. Christiane Holzmann wirft dem ungelernten Hilfsarbeiter gefährliche Körperverletzung und Verstoß gegen das Waffengesetz vor. Der Mann soll am 11. Februar dieses Jahres im Bordell SG Club in Porta Westfalica mit einer halbautomatischen Pistole auf einen kosovarisch-albanischen Türsteher (26) geschossen haben.

Den Angaben des Angeklagten zufolge sei es ein Unfall gewesen. Der Schuss habe sich plötzlich und ungezielt aus der Pistole gelöst. »Ich stand unter Schock, als das passiert ist«, sagte der 27-Jährige. Zudem erklärte der Bielefelder dem Gericht, er habe am Tatabend verschiedene harte Alkoholika und zusätzlich Kokain konsumiert.

Trümmerbruch im rechten Oberschenkel

Das aus Bückeburg stammende Opfer erlitt durch den Schuss einen Trümmerbruch im rechten Oberschenkel und überlebte die Bluttat am späten Abend gegen 22.15 Uhr schwer verletzt. Der Mann, der wiederum mit den Türken-Rockern der Hells-Angels-Gruppierung von den Nomads Turkey verbandelt sein soll, leidet bis heute unter den Folgen der Tat.

Hintergrund der Bluttat im Bordell ist angeblich verletzter männlicher Stolz und gekränkte Eitelkeit des Angeklagten. So schilderte er es der 2. Großen Strafkammer. Der 27-Jährige konnte nicht verkraften, dass er vergangenes Jahr vom späteren Schussopfer und damaligen Türsteher aus dem Zimmer einer Prostituierten hinaus geworfen wurde. Wie der Angeklagte sagte, habe er der Frau beim Ausstieg aus dem Rotlichtmilieu helfen wollen und nur mit ihr geredet. Genau das gefiel dem Türsteher nicht, weil die Prostituierte beim Reden kein Geld für die Zimmermiete verdiente.

»Wenn man in solchen Kreisen verkehrt, auch mit Kutte, ist der Respekt sehr wichtig«, erklärte der 27-Jährige der 2. Großen Strafkammer, dass er sich vom Türsteher »kleingemacht« fühlte. Denn: »Er hat mich ausgelacht.«

Am Abend des Tattages sahen sich die beiden Kontrahenten bei einem Rockertreffen in einem Bielefelder Restaurant wieder. Trotz eines Händedrucks war die Situation angespannt. Der Bordell-Türsteher weigerte sich, das Abendessen gemeinsam mit dem Bielefelder an einem Tisch einzunehmen und setzte sich demonstrativ weg.

Noch am selben Abend will der Angeklagte von einer polizeibekannten Größe der kriminellen Szene zur Bluttat aufgestachelt worden sein. Der Mann soll dem 27-Jährigen auf einem Supermarkt-Parkplatz die Tatwaffe übergeben haben. Er könne sich das Verhalten des Türstehers nicht gefallen lassen und solle ihm in die Beine schießen, soll die Szenegröße gesagt haben. Daraufhin habe sich der Angeklagte von einem Freund zum Bordell fahren lassen.

Halbautomatische Pistole vom Kaliber neun Millimeter

Die Tatwaffe, eine halbautomatische Pistole vom Kaliber neun Millimeter, ist bis heute verschwunden. Der Angeklagte sagte vor Gericht, er habe die Pistole unmittelbar nach der Bluttat an Bekannte verkauft. Zwei Tage nach dem Schuss im Bordell stellte sich der 27-Jährige mit seinem Anwalt. Als Polizisten seine Wohnung durchsuchten, stellten sie einen Teleskopschlagstock und ein leeres Pistolenhalfter sicher.

Urteil für 13. November erwartet

Der Prozess wird am 5. November fortgesetzt. Das Urteil wird für den 13. November erwartet. Bereits gestern wurde dem Angeklagten vom Vorsitzenden Richter, Dr. Georg Zimmermann, eröffnet, dass ihm die Sicherungsverwahrung droht. Grund dafür sind die Vorstrafen des Bielefelders.

http://www.westfalen-blatt.de/OWL/Lokales/Kreis-Minden-Luebbecke/Porta-Westfalica/1766740-Streit-im-Rocker-und-Rotlichtmilieu-Bielefelder-soll-auf-Tuersteher-geschossen-haben-Bluttat-im-Bordell-vor-Gericht

Bandido-Rocker gibt sich als Erpresser aus

Berlin-Moabit – Die Lebensbeichte von Bandidos-Aussteiger Roman L. (26) brachte auch den Versuch, einen mutmaßlichen Drogendealer zu erpressen, ans Licht.

Freitag saß sein damaliger Komplize Mario L. (31) vor dem Landgericht. Die Rocker-Brüder waren im September 2012 mit aus dem Internet ausgedruckten Polizeiausweisen und einem gefälschten Durchsuchungsbeschluss bei der Mutter des Mannes in Zehlendorf aufgetaucht und hatten gefordert: „25 000 Euro oder Ihr Sohn wird verhaftet.“

Der Angeklagte: „Roman wollte, dass ich mitmache. Den Tipp von der Geldquelle hatte er von einem Bekannten.“

Der Richter: „Und warum haben Sie mitgemacht?“ Der Angeklagte: „Ich hatte Schulden. Und es war schnell verdientes Geld.“

Dass daraus nichts wurde, lag nicht an den zwei dilettantischen, in Namen und Foto auch noch identischen Ausweisfälschungen, sondern am gesunden Misstrauen der Frau in die beiden korrupten Polizisten.

Sie vertröstete sie auf eine spätere Geldübergabe und rief die echte Polizei. Das Urteil: Zehn Monate auf Bewährung wegen versuchter Erpressung und Amtsanmaßung.

Das Verfahren gegen den Angeklagten war nach einem Geständnis des Mittäters ins Rollen gekommen. Dieser machte auch zu weiteren Straftaten im Umfeld seiner früheren Rockergruppierung umfassende Angaben. Vor zwei Jahren trat er in mehreren Prozessen als Kronzeuge auf.

http://www.bild.de/regional/berlin/bandidos/rocker-erpresser-38284238.bild.html

Finanzierte Rockerchef einen Drogendeal?

Alfred E., Ex-Präsident des MC Falkenstein, schweigt vor Gericht. Laut Anklage hat er beim Einkauf von 500 Gramm Crystal Speed mitgemischt.

Regensburg. Vor dem Landgericht Regensburg wird derzeit ein neues Kapitel des MC Falkenstein geschrieben. Ex-Rockerpräsident Alfred E. wird wegen eines mutmaßlichen Drogengeschäfts der Prozess gemacht. Am Freitag sagte ein nach eigenen Angaben Ex-Mitglied der Motorradgang Bandidos aus. Bei dem Mann soll es sich um den Hauptabnehmer von 500 Gramm Crystal Speed handeln, deren Einfuhr aus Tschechien Alfred E. laut Anklageschrift finanziert haben soll.

Der Zeuge widersprach allerdings der Darstellung, er sei der Hauptabnehmer des Crystal Speed gewesen. Er räumte ein, über Jahre hinweg mit Drogen gehandelt zu haben. Bei diesem Geschäft habe er jedoch die Rolle des Verwahrers gehabt – nicht des Käufers. Es sei vereinbart worden, dass er für die Zwischenlagerung der Drogen 1000 Euro oder 20 Gramm des Crystal-Speed-Pakets bekommen sollte. Letztlich habe er 20 Gramm bekommen. Abgewickelt worden sei dieses Geschäft über zwei Kontaktmänner.

Erst später habe er von besagtem Crystal-Speed-Paket 150 Gramm selbst gekauft, da die Kontaktmänner über Absatzschwierigkeiten geklagt und ihn gefragt hätten. Dem Angeklagten sei er indes nie begegnet. Sein Name sei ihm lediglich aus Erzählungen seiner beiden Bekannten ein Begriff. Diese hätten sehr oft über Alfred E. gesprochen.

Demnach habe Alfred E. ein neues Chapter der Hells Angels in Cham eröffnen wollen. Sein Bekannter – selbst ein Prospect bei den Hells Angels – habe ihn gefragt, ob er sich dort nicht vorstellen wolle. Doch der Zeuge gab an, dies abgelehnt zu haben. Sein Bekannter habe Alfred E. darüber hinaus als einen seiner Abnehmer von Crystal Speed bezeichnet. Dass Alfred E. den Drogendeal finanziert hat, kann der Zeuge nur vermuten. Direkt gesagt habe es ihm niemand, wie er einräumen musste. Auch woher seine Bekannten das Crystal Speed bezogen haben, wisse er nicht.

Alfred E. alias „Duff Kong“ stand bereits mehrmals vor Gericht. Im aktuellen Prozess in Regensburg machte er bislang keine Angaben. Alfred E. war Präsident des 1975 gegründeten und inzwischen verbotenen Motorradclubs MC Falkenstein. Der berüchtigte Rockerclub machte immer wieder im Zusammenhang mit Mordversuchen, Gewalt, Drogen-, Waffen- und Menschenhandel Schlagzeilen. Alfred E. wurde 2005 wegen Drogenhandels zu einer zwölfjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Einbezogen waren darin allerdings fünfeinhalb Jahre wegen versuchten Totschlags. Diese Strafe hatte Alfred E. zum damaligen Zeitpunkt fast verbüst.

Im Januar 2014 wurde er nun abermals verhaftet. Aufsehen erregte in den vergangenen Monaten ein Prozess vor dem Landgericht Aschaffenburg, in dem ein 20 Jahre zurückliegender Mordversuch aufgearbeitet wurde. Alfred E. sagte in diesem Verfahren gegen seinen Erzrivalen, einen Rocker aus Roding, als Kronzeuge aus.

Der Prozess in Regensburg wird am 13. November fortgesetzt. Dann soll ein mutmaßlicher Geschäftspartner von Alfred E. aussagen. Das Urteil soll Mitte Dezember fallen.

http://www.mittelbayerische.de/region/cham/cham/artikel/finanzierte-rockerchef-einen-drogendeal/1140045/finanzierte-rockerchef-einen-drogendeal.html