Bandidos MC Germany – Bekanntmachung

MITTEILUNG DES BANDIDOS MC GERMANY

Nach dem fast flächendeckenden NRW-Verbot des Tragens unserer Clubabzeichen in der Öffentlichkeit, kam heute vom NRW-Innenministerium die Mitteilung, dass auch auf den Internetseiten unserer betroffen Chapter diese Symbole verboten sind. Schon das „Kuttentrageverbot“ ist in den einzelnen Bundesländern unter Experten umstritten, bis hin zu Stellungnahmen aus anderen Ministerien, die eine Übertragung des sog. Hamburger Urteils auf andere Bundesländer für nicht geeignet ansehen. Auch wir sind der Auffassung, dass es keinerlei Rechtsgrundlage für das Vorgehen der Staatsanwaltschaften in NRW gibt. Das von den Strafverfolgungsbehörden zitierte Urteil des Hanseatischen OLG vom 13.02.2014 betrifft schon nach seinen eigenen Formulierungen ausschließlich einen anderen Motorradclub und dort ausschließlich deren Colour. Das OLG hat dies ausdrücklich allein auf die Begründung gestützt, dass alle Gruppierungen dieses Motorradclubs ihre Vereinszeichen von dem 1983 gegründeten Clubs ableiten, der rechtskräftig verboten und aufgelöst worden sei. Dies wird ausführlich begründet.

Das dieses Urteil irgendeine Rechtswirkung auf andere Motoradclubs haben könnte, ist nicht erkennbar. Es ist vielmehr fernliegend. Das Vorgehen der beteiligten Staatsanwaltschaften halten wir daher für willkürlich und insgesamt rechtswidrig.

Wir werden uns mit allen rechtlichen Mitteln gegen das Vorgehen der beteiligten Staatsanwaltschaften zur Wehr setzen und anderslautende gerichtliche Entscheidungen herbeiführen. Wir werden das nachhaltig und koordiniert machen.

Bis zu einer gerichtlichen Entscheidung fügen wir uns angesichts der angedrohten massiven Konsequenzen den unrechtmäßigen Vorgaben. Wir sind überzeugt, dass die ordentlichen Gerichte dem Vorgehen der beteiligten Staatsanwaltschaften in Kürze Einhalt gebieten werden.

http://www.bandidos-mc-germany.de

Schon Strafanzeigen wegen Rocker-Symbolen

Düsseldorf – Nach dem Internet-Verbot des NRW-Innenministers für die Rocker-Symbole der „Hells Angels“ und „Bandidos“ hagelt es die ersten Strafanzeigen!

„Es wurden elf Strafanzeigen gefertigt“, so Frank Scheulen, Sprecher des Landeskriminalamts NRW, zu BILD. Scheulen: „Unsere Ermittler haben nach dem Erlass des Innenministers alle Internetseiten der in NRW ansässigen Charter (Hells Angels) und Chapter (Bandidos) geprüft. Einige hatten die betreffenden Symbole bereits gelöscht oder ihre Internetseite abgestellt. Bei allen anderen wurden die Webseiten gesichert und eine Strafanzeige gefertigt.“

Die Anzeigen wurden an die zuständigen Polizeibehörden weitergeleitet, die sie jetzt bearbeiten.

Scheulen: „Darüber hinaus wurden alle Verantwortlichen der noch zu beanstandenden Internetseiten auf ihre strafrechtlich relevanten Symbole schriftlich hingewiesen.“

Durch den Erlass des NRW-Innenministers Ralf Jäger vom Dienstag wird seitdem das öffentliche Verwenden von Symbolen der „Hells Angels“ und „Bandidos“ in ganz NRW sowie im Internet strafrechtlich verfolgt.

http://www.bild.de/regional/ruhrgebiet/strafanzeige/gegen-hells-angels-und-bandidos-wegen-rocker-symbolen-36951828.bild.html

Bandidos Oberhausen entfernen ihre Symbole vom Clubhaus

Oberhausen. Die Staatsanwaltschaft Duisburg hat nun auch die Zurschaustellung von Rockersymbolen in der Öffentlichkeit verboten. Die Oberhausener Bandidos haben bereits reagiert und ihr Logo und das ihrer Jugendorganisation Chicanos am Clubhaus entfernt. Trotzdem prüfen die Bandidos nun rechtliche Schritte.

Die Oberhausener Bandidos haben reagiert. Sie haben ihre Symbole und die ihrer Jugendorganisation „Chicanos“ vor dem Clubheim an der Heidstraße abmontiert. Damit folgten sie einem Verbot in weiten Teilen des Landes, das nicht nur das Tragen der Kutten beinhaltet, sondern die Zurschaustellung sämtlicher Rockersymbole von Bandidos und Hells Angels in der Öffentlichkeit. Darunter fallen auch Tattoos, die abgedeckt, und Logos auf Internetseiten, die gelöscht werden müssen.

Ein deutliches Signal

Für Ralf Weyer, Leiter des Oberhausener Kommissariates für Organisierte Kriminalität, ist das Verbot ein deutliches Signal. „Es zeigt, dass sich der Staat, dass sich die Gesellschaft von diesen Gruppen distanziert“, sagt er. Für Rocker sei das Verbot ein herber Schlag. Weyer: „Es nimmt ihnen die Möglichkeit, sich in großer Gruppe martialisch zu präsentieren.“ Und: „Die Rocker identifizieren sich mit diesen Symbolen.“ Ein weiterer Aspekt: Es handele sich schließlich auch um überregionale Bruderschaften. Da habe man sich an den Symbolen erkannt. Für Weyer ist jetzt spannend, wie der Rest des europäischen Auslandes reagieren wird. Der Kommissariatsleiter hofft auf einen Flächenbrand, hofft auf weitere Verbote auch im Ausland für die international organisierten Rockergruppierungen.

Verboten sind übrigens bei den Hells Angels der Namensschriftzug und alles, was ihm ähnlich sieht, sowie der „Dead Head“, der Totenkopf. Die Bandidos müssen ebenfalls auf ihren Schriftzug und auf den „Fat Mexikan“, den mexikanischen Banditen mit Machete und Revolver, verzichten, die Chicanos auf die gekreuzten Säbelschwerter. Weyer stellt klar, dass die Polizei in Oberhausen auf die Einhaltung des Verbotes pochen wird. „Die Rocker wissen, dass wir einschreiten und ihnen die Kutten wegnehmen würden, was für sie eine Demütigung wäre. Wie allerdings der Rocker mit einem Dead-Head-Tattoo im Gesicht künftig herumlaufen will, ist die Frage. „Das ist sein Problem“, sagt Weyer.

Vereinsgesetz als Grundlage

Oberstaatsanwalt Detlef Nowotsch erklärt, wie das Verbot überhaupt zustande kam. „Grundlage ist das Vereinsgesetz“, sagt er. Danach können die Innenministerien der Länder Vereine verbieten, denen strafbare Handlungen nachzuweisen sind. Verboten werden dann auch die Kennzeichen dieser Vereine – und das überregional. Da sowohl Clubs von Hells Angels als auch Bandidos bereits verboten wurden, kann ihnen nun auch die Zurschaustellung ihrer Symbole untersagt werden.

Damit wäre das Tragen der Kutte in der Öffentlichkeit, so erklärt es Detlef Nowotsch, ein Verstoß gegen das Vereinsgesetz und würde mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe geahndet. Der erste Rockerclub, der in Deutschland verboten wurde, war 1983 der der Hells Angels in Hamburg. Das Oberlandesgericht Hamburg hatte nun auch im April dieses Jahres festgestellt, dass die Symbole der Hells Angels bereits seit 1983 „Kennzeichen einer verbotenen Vereinigung“ sind. Das gilt nun genauso für die Bandidos.

Ein Sprecher der Bandidos gibt sich angesichts des Verbotes gelassen. „Das wirft die Bandidos nicht aus der Bahn“, sagt er. Und: „Verbote lösen nie Probleme.“ Die Kutte symbolisiere zwar die Zugehörigkeit, man müsse aber dennoch wegen der Leute und der Gemeinschaft in einen Club gehen. Das Verbot ändere nichts an ihrem Zusammenhalt. „Ich denke, dass das Verbot rechtlich nicht haltbar ist“, sagt der Sprecher weiter. Die Bandidos prüften rechtliche Schritte.

http://www.derwesten.de/staedte/oberhausen/bandidos-entfernen-ihre-symbole-vom-clubhaus-in-oberhausen-id9627886.html

Der mutmaßliche Berliner Hells Angels Tippgeber

Es ist ein frischer Juni-Tag im Bezirksteil Wedding, dem Arbeiterviertel mit einem hohen Migrantenanteil im Norden Berlins. In der Müllerstraße sind dutzende Internet-Cafés, Shisha-Bars und Döner-Läden zu finden. Die türkische und arabische Sprache hört man hier im Kiez ganz selbstverständlich. Unter der multikulturellen Menschenmenge befindet sich auch Dennis W., der mutmaßliche Tippgeber der Hells Angels.

Der Deutsch-Türke Dennis W. ist in Berlin-Reinickendorf zur Schule gegangen. Er fiel damals, so ein ehemaliger Mitschüler, mit Machogehabe, frauenverachtenden Sprüchen und protzigem Verhalten auf. Bei einigen Mädels kam er gut an, der Kerl mit einer Vorliebe für teure Sportbekleidung. Heute taucht sein Name im Rockermilieu auf. „Jeder hier kennt ihn“, sagt ein junger Türke, der beim Burger King am Leopoldplatz auf einen Freund wartet.

Ebenfalls bekannt ist auch das freundschaftliche Verhältnis zwischen Dennis W. und dem in Untersuchungshaft sitzenden Berliner Hells Angels-Boss Kadir Padir. Bevor der Ex-Boxer Padir im April 2010 im Rahmen eines „Patch Overs“ zu den Hells Angels übertrat und achtzig Bandidos mitnahm, musste er mit Dennis W. vor dem Schöffengericht in Berlin-Moabit erscheinen.

Die Staatsanwaltschaft warf beiden Banditen vor, am 27. Februar 2008 zwei Mitglieder des Hells Angels MC in Berlin-Spandau überfallen zu haben. Beide Höllenengel wurden regelrecht „misshandelt“. Allerdings konnten weder die Polizei noch der mit dem Fall betraute Staatsanwalt Dirk Eckert ausreichend Beweise für eine Freiheitsstrafe zusammentragen.

In der Konsequenz hatte das Gericht Dennis W. freigesprochen und Kadir Padir kam wegen Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung mit einem blauen Auge davon. Er erhielt eine Bewährungsstrafe. Beide Personen spielen nun im aktuellen Rockerverfahren am Kriminalgericht eine Rolle. Denn soll es Dennis W. gewesen sein, der Tahir Özbek an die Hells Angels verpfiffen hatte.

Aus dem Freundeskreis von Tahir Özbek heißt es, dass Dennis W. und das spätere Mordopfer „sehr enge Freunde“ waren, doch in letzter Zeit beide öfters miteinander in Streit waren. Özbek, selbst der Justiz kein Unbekannter gewesen, sagte gegenüber Dennis W., dass dieser ruhig die Leute von Kadir Padir holen könne. Er habe keine Angst vor einer Konfrontation. Die Hintergründe des Konflikts zwischen den einstigen Kumpels bleiben bisweilen ungeklärt.

Dafür steht fest, dass sich im Oktober vergangenen Jahres eine Auseinandersetzung zwischen Özbek und einigen Hells Angels vor einer Diskothek ereignete, bei welcher ein Rocker verletzt wurde. Der Verletzte gehörte zum Kreis von Kadir Padir, der wiederum seinen Ruf wahren wollte und daher eine harte Reaktion plante, so eine Einschätzung von Kripobeamten. Am 10. Januar kam es dann gegen 23.55 Uhr zur Hinrichtung im Expekt-Wettladen in der Residenzstraße, der den Stein zum größten Rockerverfahren in Berlin ins Rollen brachte. Ein Killerkommando gab innerhalb von zehn Sekunden acht Schüsse ab, die den 26-jährigen Özbek niederstreckten.

Heute ist der Proll mit einem Hang für Luxusautos öfters im Wedding zu sehen. Er tritt ganz offen und unbekümmert in der Öffentlichkeit auf, als wäre nichts geschehen. Angst braucht der mutmaßliche Tippgeber der Hells Angels aber auch nicht zu haben. Denn Dennis W. kennt mehrere Mitglieder krimineller Araber-Clans persönlich, allen voran die der El-Zein- und Abou-Chaker-Großfamilien. In der größten deutschen Stadt sind die Mitglieder beider Clans für ihre Brutalität und kriminellen Machenschaften bekannt. Das LKA Berlin ermittelt seit Jahren gegen einzelne Personen wegen diverser Straftaten.

Wer Dennis W. heutzutage attackieren würde, der müsse damit rechnen, dass entweder die Hells Angels oder die Araber-Clans El-Zein und Abou-Chaker einen selbst ins Visier nehmen, heißt es im Weddinger Kiez. Nicht wenige Leute sind mittlerweile eingeschüchtert. Offen über ihn sprechen will keiner. Inwieweit die Staatsanwaltschaft Berlin den mutmaßlichen Tippgeber im Verfahren gegen die elf angeklagten Höllenengel vorladen könnte, dazu wollten sich die Strafermittler gegenüber der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht äußern.

https://2010sdafrika.wordpress.com/2014/07/23/dennis-w-und-tahir-ozbek-waren-freunde/

Der vergessene Höllenengel

Vor einem Jahr: Spanische Polizisten führen Frank Hanebuth im Zuge der Operation „Casablanca“ in Handschellen ab. Seit dem sitzt er in Untersuchungshaft.

Osnabrück. Rocker-Boss Frank Hanebuth war der mächtigste Mann im Hannoveraner Rotlicht-Milieu. Jahrelang bissen sich die deutschen Ermittler an ihm die Zähne aus. Menschenhandel? Drogengeschäfte? Mordaufträge? Nichts konnten sie dem Anführer der Hells Angels nachweisen. Dann ging Hanebuth nach Mallorca. Und landete in Untersuchungshaft. Das war vor genau einem Jahr.

„Es ist nichts schwieriger, als gegen nichts zu kämpfen“, sagt Hanebuths Anwalt Götz von Fromberg und schüttelt den Kopf. Seit Langem vertritt er die Interessen des Zweimetermannes und ehemaligen Boxers. Von Hannover aus machen von Fromberg und Ko-Anwalt Philip Beckmann nun vor allem eins: warten.

Beispielsweise auf einen Ermittlungsbericht aus Spanien, in dem geschrieben steht, was genau Hanebuth vorgeworfen wird, welche Vorwürfe mittlerweile vielleicht bereits wieder entkräftet sind. Das wissen seine Anwälte auch nach einem Jahr noch nicht. „Solange wir das nicht wissen, können wir auch nicht adäquat verteidigen und die Vorwürfe effektiv entkräften“, sagt von Fromberg.

„Operation Casablanca“

Am Dienstag, 23. Juli 2013, schlug die spanische Polizei nach zweijährigen Ermittlungen zu. „Operation Casablanca“ lautete der Deckname der Großrazzia , an der auch zwei Ermittler des Landeskriminalamtes aus Niedersachsen teilnahmen. 50000 Euro in bar, Autos, Boote, Waffen und Drogen wurden sichergestellt. 25 Menschen vorläufig festgenommen. Beispielsweise die frühere Frankfurter Rotlicht-Größe „Thrombose-Paul“, ein enger Vertrauter von Hanebuth, so heißt es aus Kreisen.

Und natürlich Hanebuth selbst. Der war mittlerweile zum Chef des Hells-Angels-Ablegers auf Mallorca gewählt worden. Gemeinsam mit anderen Höllenengeln aus Hannover soll er das sogenannte Chapter auf der Balearen-Insel gegründet haben. Ihr Plan nach Ansicht der spanischen Ermittler: Die Höllenengel wollten die Insel zu einem Zentrum für Geldwäsche ausbauen.

15000 Seiten Ermittlungsakten

15000 Seiten sollen die Ermittlungsakten zu der Razzia dick sein und stetig mehr werden. Nach Angaben seiner Anwälte haben 200 davon einen Bezug zu Hanebuth. Es geht dabei unter anderem einmal mehr um Menschen- und Drogenhandel. Aber auch um einen versuchten Bombenanschlag in Bayern, 500 Millionen Euro am Flughafen Istanbul und den Bau einer Formel-1-Rennstrecke. Spanische Medien berichteten zudem, die Hells Angels hätten Prominente mit Bildern und Filmaufnahmen aus Bordellen erpresst. Wer nicht zahlen wollte, habe Besuch von den Höllenengeln bekommen.

So viel erfuhren die Anwälte in Hannover zumindest aus der Presse. Und auch, dass ihrem Mandaten bis zu 23 Jahre Haft drohen, sollten sich die Vorwürfe bestätigen. Das ließ der Einsatzleiter der spanischen Polizei verlauten. Anwalt von Fromberg hält dagegen, dass die Vorwürfe größtenteils entkräftet seien. Für den versuchten Bombenanschlag in Bayern, der den Hells Angels und konkret Hanebuth zur Last gelegt wurde, sei mittlerweile ein Mann festgenommen worden, der keinerlei Verbindung zu den Rockern habe. Das bestätigte die zuständige Staatsanwaltschaft Traunstein. Zudem habe es offenkundig Fehler bei der Übersetzung der abgehörten Telefonate von Hanebuth gegeben. Aus harmlosen deutschen Floskeln seien so Geheimcodes der Rocker gemacht geworden.

Formel-1-Strecke auf Mallorca

Auch der Vorwurf, die Rocker um den 49-Jährigen hätten mit Geld aus illegalen Geschäften eine Formel-1-Rennstrecke auf Mallorca bauen wollen, halten dessen Anwälte für haltlos. „Das war eine Medien-Ente. Mehr nicht“, kommentiert von Fromberg.

Mittlerweile sind einige der Männer, die bei der Razzia vor einem Jahr festgenommen wurden, wieder frei. „Thrombose-Paul“ und auch Hanebuth sitzen noch, seine Anträge auf Entlassung wurden allesamt abgelehnt.

Dreimal ist „der Lange“, so sein Name in der Rockerszene, verlegt worden – wohl aus Angst, der 49-Jährige könne hinter Gittern weiter an seinem Netzwerk spinnen oder gar Fluchtpläne schmieden. Von Mallorca ging es zunächst nach Madrid. Jetzt sitzt er in Cadiz ein. Den Umständen entsprechend gehe es seinem Mandanten gut, sagt von Fromberg.

Der Rockerboss und seine Anwälte brauchen vor allem eins: Geduld. Denn bis zu zwei Jahre kann die reguläre Untersuchungshaft in Spanien dauern, danach in ausführlichen Verfahren um maximal weitere zwei Jahre verlängert werden.

In Deutschland nicht möglich

„Nach unserer Auffassung wäre eine derart lange Untersuchungshaft in Deutschland so nicht möglich“, sagt Anwalt Philip Beckmann. Trotz des langen Zeitraums liege noch keine Anklage vor. In Deutschland liegt die Obergrenze für Untersuchungshaft bei sechs Monaten, in umfangreichen Ermittlungsverfahren kann sie nach Beantragung bei einem Oberlandesgericht um drei Monate verlängert werden. Danach ist in aller Regel Schluss. Ohne erfolgte Anklage wäre Hanebuth in Deutschland längst wieder frei.

Wie lange ihr Mandant noch einsitzen muss, darüber wollen seine Hannoveraner Anwälte lieber nicht spekulieren. Man habe sich auf länger andauernde Ermittlungen eingestellt, heißt es. So bleibt dem Höllenengel und seinen Anwälten vorerst nur eins: weiter warten.

„Eine Galionsfigur“

Zumindest in Deutschland könnte sich demnächst etwas tun, erwartet Ulf Küch. Er ist niedersächsischer Landesvorsitzender beim Bund Deutscher Kriminalbeamter und hat die Rockerszene schon lange im Blick. „Hanebuth war eine Galionsfigur, die nun auf einmal weg ist. Was kommt jetzt?“ Noch hielten die Rocker zu ihrem ehemaligen Anführer, wie eine Petition für dessen Freilassung deutlich mache. „Aber wie lange noch? Ich erwarte irgendwann demnächst eine Eruption.“ Schließlich gebe es in Deutschland ein Machtvakuum, das gefüllt werden müsse.

http://www.noz.de/deutschland-welt/vermischtes/artikel/492524/hells-angels-hanebuth-seit-einem-jahr-in-untersuchungshaft