Die gefährlichsten Rocker Europas

Sie gelten als gefährlicher und brutaler als andere Rocker: Die Mitglieder der „United Tribuns“. Die als Türsteher-Gang bekannte Gruppe hat „Hells Angels“, „Bandidos“ und Co. den Kampf angesagt – ein blutiger Machtkampf droht.

Doch wer hat bei den United Tribuns die Fäden in der Hand und warum ist die Bande so gefährlich? BILD hat Präsident Armin (Boki) Culum in seinem Versteck in Bosnien aufgespürt.

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Türkischer Hells Angels Necati Neco Arabaci mischt die deutsche Rockerszene auf

Die Stadt Izmir mit ihren rund 3,5 Millionen Einwohnern liegt an der türkischen Ägäisküste. Die Metropole spielt in der nationalen Schifffahrt eine wichtige Rolle. Griechische Bauwerke aus der Antike zieren das Bild einer Stadt, in welcher Latife Uşşaki – die Ehefrau des Staatspräsidenten Mustafa Kemal Atatürk – das Licht der Welt erblickt hat. Doch Izmir ist auch als Aufenthaltsort einer militanten Hooliganszene und des Hells Angels-Bosses „Neco“ bekannt.

Der mittlerweile 42-jährige Necati Arabaci lebt seit seiner Abschiebung aus Deutschland in der drittgrößten Stadt der Türkei. Zuvor hatte das Kölner Landgericht den „Leitwolf der Türsteher“ im Oktober 2004 zu neun Jahren Haft verurteilt. Die Behörden schoben ihn aber schon drei Jahre später ab, weil er auch vom Gefängnis aus seine Geschäfte problemlos fortführen konnte, heißt es aus Pressekreisen. Die Leute hielten zu ihm, eingeschlossen die jungen Frauen, die mit „Stolz“ für „Neco“ auf den Strich gingen.

Der „Pate von Köln“ wird in Izmir weiterhin so genannt, bloß ohne Zusatz des Städtenamens. Am 15. Mai feierten rund achtzig Hells Angels auf Geheiß des Paten im Izmir-Charter. Unter den Eingeladenen befanden sich deutsch-türkische Rocker aus Bielefeld, Mühlheim an der Ruhr und Duisburg. Ebenso reiste mindestens eine Person aus Zürich an. Der „Ehrenmann“, wie „Neco“ auch genannt wird, fühlte sich bei der großen Aufmerksamkeit seiner engsten und loyalsten Männer sichtlich wohl. Er ließ sich oft fotografieren und nahm sich für seine Gäste viel Zeit in den Einzelgesprächen.

„Neco“ wird respektiert, gilt bei vielen türkischen Rockern als Idol und nahezu alle Personen betrachten ihn als Freund, obgleich er in Deutschland in mehrere schwere Gewaltstraftaten verwickelt war. Etliche deutsche und türkische Frauen fühlen sich vom Bad Boy angezogen – dies belegen der Redaktion vorliegende Gesprächsprotokolle. Seine Anhänger rufen ihm stets „Maşallah“ [Redewendung der Verwunderung] und „Inşallah“ [So Gott will] zu. Der Präsident des Hells Angels MC Nomads Turkey wird in seinem Verhalten als jemand beschrieben, der selten lächelt, keine Gefühle zeigt, narzisstisch ist, gemachte Aussagen ungerne wiederholt und aussdrucksstark auftritt. Zudem gilt er als äußerst autoritär, ehrgeizig und ungeduldig – heißt es aus dem Istanbuler Rockermilieu. Zeit ist Geld, so seine Grundeinstellung zum Leben. „Neco“ denkt wie ein Kaufmann, der immer darauf bedacht ist, das eigene Vermögen und Einkommen zu maximieren. Personen, die ihn dabei behindern, duldet er nicht.

Umso weniger überraschend ist, dass der türkische Rockerboss längst für Ärger in der deutschen Hells Angels-Szene sorgt. Auf Anfrage von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ hat Uwe Jacob – Direktor des Landeskriminalamtes (LKA) Nordrhein-Westfalen – erstmals bestätigt, dass Unruhe und strittige Diskussionen in den Charter zu beobachten sind. Es geht um Fragen zur Zukunft der deutschen Hells Angels, um die Aufnahme bestimmter Personen als Member und um geschäftspolitische Ausrichtungen. Längst ist klar, dass „Neco“ Entscheidungen trifft, die mit den deutschen „Altrockern“ nicht abgesprochen sind. Der Türke setzt sich über die Deutschen hinweg.

Zu nennen ist hierbei das Geheimabkommen zwischen den Hells Angels und der Streetgang United Tribuns, worüber die eigene Redaktion exklusiv berichtete. Während das Presseteam der deutschen Höllenengel der Zusammenarbeit mit dem einstigen Feind öffentlich widersprach, wussten die Türken, dass das Wort deutscher Rocker mittlerweile ohne Bedeutung ist. Rudolf „Django“ Triller, Pressesprecher der Hells Angels, ist längst nicht mehr auf dem Laufenden, heißt es vom Insider. Die deutschen Höllenengel haben bisweilen noch nicht realisiert, dass sich eine Parallelstruktur herauskristalisiert hat. Die jüngste Schießerei zwischen deutschen und türkischen Höllenengeln in Frankfurt am Main, bei der fünf Menschen verletzt worden sind, verdeutlicht das Auseinanderbrechen des Rockerklubs. Die Bruderschaft stößt an ihre Grenzen.

Es wird ersichtlich, dass der Hells Angels MC Germany einen Wandel von der Türkei aus erlebt. In Nordrhein-Westfalen möchte der Pate bald wieder zum „Paten von Köln“ aufsteigen. Zudem baut der Türke sein Machtnetzwerk in Hessen zunehmend aggressiver aus. Aus internen Ermittlerkreisen heißt es, dass die Abschiebung „Necos“ ein Fehler war. Doch Kripo-Chef Jacob hält im Interview mit der Redaktion fest, dass er diese als richtig erachtet. „Die Abschiebung eines ausländischen Straftäters ist ein gewöhnlicher justizieller Vorgang. Dieses Instrument begrüße ich auch aus kriminalstrategischer Sicht.“, so Jacob. Von weiteren Auseinandersetzungen ist auszugehen.

https://2010sdafrika.wordpress.com/2014/07/28/respektsperson-idol-und-unruhestifter/

Interview zur Rockerkriminalität

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Herrn Uwe Jacob, Direktor des Landeskriminalamtes (LKA) Nordrhein-Westfalen. In NRW befindet sich die Rockerszene gegenwärtig in Aufruhr. Neben Clubauflösungen stehen auch ernste Rivalitäten zwischen den Hells Angels und Bandidos auf der Agenda. Welche Entwicklungen bereiten Ihnen große Sorgen?

Antwort: Die Rockerlage in NRW ist geprägt von schweren Gewaltstraftaten und Auseinandersetzungen. In NRW haben die verfeindeten Banden mehrfach versucht, Tötungsdelikte zu begehen, in zwei Fällen ist ihnen dies auch gelungen. Dabei wurden auch Schusswaffen eingesetzt. Die hohe Gewaltbereitschaft und die Verfügbarkeit von Waffen bereiten mir große Sorgen.

Die Rockerlage wird unübersichtlicher. Der Wechsel zu einem verfeindeten Outlaw Motorcycle Club (OMCG) ist heute keine Ausnahme mehr. Charter und Chapter lösen sich auf, gründen sich wieder neu, offensichtlich um Verbotsmaßnahmen der Polizei zuvorzukommen. Neue Gruppen versuchen sich in NRW zu etablieren, zuletzt der niederländische OMCG „Satudarah“. Es entstehen neue Konfliktlinien und Anlässe für gewalttätige Auseinandersetzungen. Da die Konflikte auch in der Öffentlichkeit, z.B. vor einem Schnellrestaurant ausgetragen werden, bestehen auch Gefahren für unbeteiligte Dritte.

Rocker verbreiten durch ihr Auftreten ein Klima suggestiver Militanz und von Einschüchterung. Das Sicherheitsgefühl unserer Bevölkerung wird dadurch beeinträchtigt.

2010sdafrika-Redaktion: Das LKA dürfte mit den zahlreichen Kontrollen und Razzien voll ausgelastet sein. Inwieweit reicht das vorhandene Personal von Polizei und Kripo für die Bewältigung dieser Mammutaufgabe überhaupt noch aus?

Antwort: Die Bekämpfung der Rockerkriminalität hat für die Polizei in Nordrhein-Westfalen hohe Priorität. Die Charter und Chapter der OMCGs stehen bei uns im Fokus. Trotz hoher Einsatzbelastung in Nordrhein-Westfalen ist die Polizei in der Lage bei Rockerveranstaltungen mit Gefährdungspotenzial einen hohen Kontrolldruck auszuüben. Die Polizei in NRW ist gut aufgestellt.

2010sdafrika-Redaktion: Wie hoch ist die Anzahl der vom LKA geführten V-Personen und wie wertvoll sind diese Szenekenner für die Bekämpfung der Rockerkriminalität?

Antwort: Zu verdeckten Maßnahmen machen wir aus Geheimhaltungsgründen grundsätzlich keine Angaben.

2010sdafrika-Redaktion: Düsseldorfs Polizeipräsident, Norbert Wesseler, bekräftigte in einem Interview, dass die Behörden „keine Rechtsverstöße aus der Rockerszene dulden“ werden. Allerdings stellt sich die grundsätzliche Frage, ob die kriminellen Aktivitäten der Hells Angels und die anderer Klubs tatsächlich zu unterbinden sind?

Antwort: Die Auffassung des Düsseldorfer Polizeipräsidenten entspricht der Landeslinie NRW. Die Polizei in NRW duldet keine rechtsfreien Räume. Gegen Straftäter schreiten wir konsequent ein.

Ermittlungen im Rockermilieu werden jedoch erschwert durch das rockertypische Abschottungs- und Aussageverhalten. Daneben fühlen sich auch Zeugen eingeschüchtert. Insoweit werden an die Polizei besondere Herausforderungen bei der Bekämpfung von Straftaten im Rockermilieu gestellt.

2010sdafrika-Redaktion: Nachdem die Staatsanwaltschaft Berlin das Logo und den Schriftzug der Hells Angels verboten hat, ergreift nun auch NRW ähnliche Maßnahmen. Wie ist Ihre persönliche Meinung hierzu?

Antwort: Den Strafverfolgungsbehörden bieten sich nun weitere Möglichkeiten Kontrolldruck auf die Hells Angels auszuüben. Auch die Kutten bzw. die Insignien der Hells Angels sind ein Instrument der Einschüchterung. Ich begrüße das Urteil des Hanseatischen Oberlandesgerichts.

Aktuell treten die Hells Angels jedoch nicht in Kutten auf. Über unsere konzeptionellen Überlegungen in diesem Zusammenhang möchte ich in den Medien zurzeit aus nachvollziehbaren Gründen keine Angaben machen.

2010sdafrika-Redaktion: Nach unseren Erkenntnissen baut Necati Arabaci alias „Neco“, der Präsident des Hells Angels MC Nomads Turkey, seinen Einfluss in NRW zunehmend aus. In Köln, Bielefeld, Düsseldorf, Mülheim an der Ruhr und Duisburg lebt der engste Kreis des ehemaligen Türstehers und Zuhälters. Welche Beobachtungen macht das LKA zum Machtausbau des Rockerbosses?

Antwort: Diese strukturellen Zusammenhänge sind uns bekannt. Ich bitte um Verständnis, dass ich unsere Erkenntnislage nicht an die Medien geben kann.

2010sdafrika-Redaktion: Wenn Sie keine Angaben zum Machtausbau von Arabaci machen können, dann erlauben Sie mir bitte die Frage, wie das LKA diesen Rockerboss charakterisiert – ist er tatsächlich noch gefährlich?

Antwort: Herr Arabaci ist ein rechtskräftig vom Landgericht Köln im September 2004 verurteilter Straftäter. Er wurde seinerzeit zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren wegen „Rädelsführerschaft einer kriminellen Vereinigung“ verurteilt. Die Tatvorwürfe gegen diese „kriminelle Vereinigung“ lauteten unter anderem „räuberische Erpressung“ und „schwerer Menschenhandel mit dem Ziel der sexuellen Ausbeutung“. Zu seiner persönlichen Entwicklung kann ich keine Bewertung abgeben.

2010sdafrika-Redaktion: Arabaci wurde im Jahr 2007 in die Türkei abgeschoben. Heute steuert er von Izmir aus die deutschen Hells Angels mit meist türkischem Migrationshintergrund. Welchen Gefahren sehen sich Ihre Beamten von der Türkei aus ausgesetzt?

Antwort: Die Polizei in NRW weiß um die Gefährlichkeit von Angehörigen der OMCGs und trägt dem beim Einschreiten Rechnung. Wer von wo aus die Hells Angels steuert oder steuern soll, ändert nichts an der grundsätzlichen Gefährlichkeit. Zur Rolle einzelner Personen bei den Hells Angels werde ich aus grundsätzlichen Gründen keine Angaben machen. Aktuell haben wir Hinweise, dass es innerhalb der Hells Angels strittige Diskussionen über Mitglieder und Charter gibt.

2010sdafrika-Redaktion: Was meinen Sie mit strittige Diskussionen über Mitglieder und Charter?

Antwort: Seit einigen Monaten besteht ein offen ausgetragener Konflikt zwischen mindestens zwei Fraktionen innerhalb der Hells Angels: Zum Einen sind hier die langjährigen Mitglieder der Hells Angels zu nennen, die sich selbst als „Old School“ bezeichnen. Zum Anderen sind Mitglieder, überwiegend mit Migrationshintergrund, gemeint, die erst in den letzten Jahren rekrutiert wurden. In dem Konflikt geht es nach unseren Erkenntnissen um die innere Struktur der Hells Angels. Vor diesem Hintergrund hat im Rahmen einer Auseinandersetzung in einem Clubhaus in Krefeld ein Hells Angel eine Schussverletzung erlitten. Dieser Konflikt wurde bereits mehrfach in den Medien thematisiert.

2010sdafrika-Redaktion: Würden Sie sich der These anschließen, dass die Abschiebung Arabacis im Nachhinein doch ein Fehler war?

Antwort: Die Abschiebung eines ausländischen Straftäters ist ein gewöhnlicher justizieller Vorgang. Dieses Instrument begrüße ich auch aus kriminalstrategischer Sicht.

2010sdafrika-Redaktion: Können Sie Angaben darüber machen, ob das LKA im Bereich der Rockerbekämpfung mit den türkischen Behörden im Austausch steht?

Antwort: Die internationale Zusammenarbeit mit den Polizeien anderer Staaten ist für uns Alltagsgeschäft. Auch mit türkischen Stellen arbeiten wir im Einzelfall eng zusammen.

2010sdafrika-Redaktion: Auch im Rockerbereich und falls ja, seit wann?

Antwort: Ja, auch im Rockerbereich und seit mehreren Jahren.

2010sdafrika-Redaktion: Seit dem 2. Dezember 2013 leiten Sie nun das Landeskriminalamt. Inwieweit setzen Sie den Kurs Ihres Vorgängers Wolfgang Gatzke fort und welche personellen bzw. strukturellen Veränderungen sind innerbehördlich umgesetzt worden?

Antwort: Wolfgang Gatzke hat mir ein gut aufgestelltes Haus mit engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern übergeben. Wir werden weiter mit Serviceleistung die Strafverfolgungsbehörden von Polizei und Justiz unterstützen und auf Antrag der Staatsanwaltschaften oder Bitte des Innenministeriums herausragende Strafverfahren bearbeiten. Dabei werden wir die kriminalstrategische Ausrichtung der nordrhein-westfälischen Polizei auf die Bekämpfung der Politisch motivierten Kriminalität, der Organisierten Kriminalität, der Cybercrime und des Wohnungseinbruches im Fokus behalten.

2010sdafrika-Redaktion: Uwe Jacob, Direktor des LKA Nordrhein-Westfalen, vielen Dank für den Einblick ins Rockermilieu!

https://2010sdafrika.wordpress.com/2014/07/26/die-abschiebung-von-necati-arabaci-war-richtig/

Die Pläne des Berliner Rockerjägers

Berlin – Als Teile der Hells Angels 2012 in Berlin verboten wurden, feierte der Innensenator dies als großen Erfolg. Doch einer der obersten Rockerjäger sieht das anders (KURIER berichtete). Jetzt fordert Oberstaatsanwalt Sjors Kamstra den Gesetzgeber auf, radikal zu handeln. Undercover-Polizisten sollten Straftaten begehen dürfen.

Die kleine Verbotswelle von gefährlichen Rockerclubs im Jahr 2012 brachte Probleme für die Ermittler. Die Szene hatte sich an den Rand Berlins verkrümelt, agiert seitdem in kleinen Gruppen. Die Einschleusung verdeckter Ermittler soll durch die Abschottung nahezu ausgeschlossen sein.

Deshalb fordert Sjors Kamstra in der aktuellen Ausgabe von „Kriminalist“: „Die Politik muss den Kampf endlich aufnehmen“. Dafür soll der Gesetzgeber das deutsche Rechtssystem zugunsten verdeckter Ermittler ändern. Kamstra: „Denn anders als in den USA dürfen deutsche Polizisten auch dann keine Straftaten begehen, wenn sie als Undercover tätig sind.“

Rocker prüfen ihre neuen Mitglieder ganz genau. „Wie aber soll ein verdeckter Ermittler in einem hochkriminellen Umfeld seine Rolle spielen können, wenn er nicht einmal an einem verbotenen Pokerspiel teilnehmen darf?“, fragt Kamstra, der schon einen Schlachtplan gegen die Rocker hat. So müsse die Null-Toleranz-Linie weiter hart durchgezogen werden.

Dazu zählen auch ständige Personen- und Motorradkontrollen bei Rockern. Diese Schikanen hätten den Effekt, dass Kuttenträger sich widersetzen oder Beamte beleidigen. Eine erste oder zweite Tat würde zwar nur zu einer Geldstrafe führen, die dritte aber zu einer Freiheitsstrafe mit Bewährung. Beim vierten Mal sind oft Voraussetzungen für einen Haftbefehl gegeben.

Der Oberstaatsanwalt weiß: „Sitzen die Rocker im Knast, zeigt sich, dass es mit der Bruderliebe doch nicht so weit her ist.“ Viele würden sich dann nämlich im Stich gelassen fühlen und vor allem Altrocker packen dann gerne einmal aus. Ein Deal, der Kuttenträger Strafminderung bringen kann. Kamstra: „Dafür wollen wir Angaben über Clubstrukturen und Rockerstraftaten.“

http://www.berliner-kurier.de/polizei-justiz/organisierte-kriminalitaet-die-knallharten-plaene-des-berliner-rockerjaegers,7169126,27948672.html

Rockerszene in Oberhausen hat sich beruhigt

Oberhausen. Die Rockerszene in Oberhausen hat sich nach Aussage der Polizei beruhigt. „Die Bandidos sind zurzeit ,frozen’“, sagt Ralf Weyer, der Leiter des Kommissariates für Organisierte Kriminalität. Das bedeutet, das Chapter „Del Centro“ hat sich nicht aufgelöst, es wird aber auch nicht aktiv betrieben. So machen weder Bandidos noch Hells Angels im Moment durch Negativschlagzeilen auf sich aufmerksam.

Die Banditen, die alle von außerhalb stammen, nicht aus Oberhausen kommen, seien zerstritten. Die Führungsriege habe ihre Ämter niedergelegt. In dem Clubheim an der Heidstraße in Sterkrade treffen sich nur noch die Chicanos, eine Jugendgruppierung der Bandidos, so die Polizei.

Das Clubhaus wird aufgegeben

Ganz ähnlich sieht es bei der Straßengang United Tribuns aus, die ihr Domizil in der Gaststätte „Zum Bürgermeister“ an der Lothringer Straße bezogen hatte. „Dort stellen wir keine Aktivitäten mehr fest“, sagt Weyer. Es habe einfach keine Verwurzelung der Gruppierung in der Stadt stattgefunden. Die United Tribuns wollten Menschen aus der Region gewinnen, was auf Dauer nicht funktioniert habe. Deshalb werde man jetzt auch das Clubhaus aufgeben.

Nach WAZ-Informationen kostete das Clubhaus an der Lothringer Straße die United Tribuns monatlich immerhin 1200 Euro. Die Bandidos kommen mit ihrer Unterkunft für 600 Euro weitaus günstiger weg.

Das ist nichts illegales

Ist es um Bandidos und United Tribuns ruhig geworden, bleiben jetzt noch die Hells Angels, die zurzeit auch eher still ihren Geschäften nachgehen. Es gibt lediglich einige Veränderungen im Rotlichtmilieu an der Flaßhofstraße. Wie die WAZ in Erfahrung bringen konnte, hat sich der Eigentümer der meisten Häuser an der Roten Meile komplett aus diesem Geschäft zurückgezogen. Der Mülheimer hat nun seine zwölf Häuser verpachtet. Pächter ist die Nice GmbH. Geschäftsführer dieser GmbH ist ein Mitglied der Hells Angels. Als Bordelle genutzt werden außerdem die Häuser Friedenstraße 75 und ein Gebäude an der Flaßhofstraße, das außerhalb des Rotlichtviertels liegt. Auch diese Häuser sollen von der Nice GmbH betrieben werden.

Daran ist allerdings nichts Illegales. „Der Rotlichtbereich verursacht aus polizeilicher Sicht keine Probleme“, sagt Ralf Weyer dann auch.

Die Geschäfte, die sich drumherum angesiedelt hätten und zur Roten Meile gehörten, erweckten allerdings bei vielen Bürgern den Eindruck, dass sich die Rocker da einen Raum geschaffen hätten, in dem sie herrschten. Weyer betont jedoch: „Wir dulden keinen rechtsfreien Raum.“

http://www.derwesten.de/staedte/oberhausen/rocker-szene-der-bandidos-in-oberhausen-hat-sich-beruhigt-id9635119.html