Belastungszeuge im Türstehermord Prozess will abspringen

Belastungszeuge im Türstehermord Prozess will abspringen

Im Prozess um den Mord an einen Türsteher sind seit September insgesamt drei Rocker angeklagt. Wichtigster Zeuge der Staatsanwaltschaft ist ein Mann, der inzwischen in einem Zeugenschutzprogramm lebt. Doch nun könnte die Anklage wackeln, denn nach rbb-Informationen will dieser seine Aussagen zurücknehmen.

Im wohl größten Rockerprozess der 15. Berliner Schwurgerichtskammer, bei dem mehrere Mitglieder der Hells Angels angeklagt sind, könnte es nach Informationen des rbb-Magazins “Klartext” eine Wende geben. Der von der Staatsanwalt benannte Zeuge El Sari (Name geändert) wird nach rbb-Informationen vor Gericht seine bisherigen Aussagen gegen die Angeklagten aus dem Rockermilieu nicht bestätigen.

Laut Anklage belastet El Sari zwei angeklagte Bosse der Hells Angels, den Mord an einem Türsteher geplant und in Auftrag gegeben zu haben. Nun erklärt er, er habe bei seiner ersten Aussage vor der Polizei nicht die volle Wahrheit gesagt, weil er sich in die Ecke gedrängt fühlte.

Sein Anwalt Christian Tümmler ergänzt: “Mein Mandant hat mir von Anfang an mitgeteilt, dass die Angaben, die er da zu einem frühen Zeitpunkt gemacht hat, nicht objektiv zutreffend seien. Es seien Rückschlüsse gewesen, es seien Vermutungen von ihm gewesen. Es sei ihm das eine andere durch die Vernehmungsbeamten in die Feder diktiert worden. Er hat sich deshalb auch geweigert, diese Aussagen zu unterschreiben.”

Anwalt des Zeugen mit Vorwürfen der Staatsanwaltschaft konfrontiert

Dem Rechtsanwalt unterstellt nun die Staatsanwaltschaft, dass er für Geld von der Verteidigung der angeklagten Rocker seinen Mandanten beeinflusst habe, die belastende Aussage zurückzunehmen. Sie bezichtigt ihn des versuchten Parteiverrats und der Strafvereitlung.

Christian Tümmler bestreitet diesen Vorwurf. Für den Anwalt ist das Verhalten der Staatsanwaltschaft unverhältnismäßig und Rechtsbeugung. Er sieht den Grund für diese Vorgehensweise darin, dass “der Staatsanwaltschaft in dem Prozess gegen die Rocker die Felle wegschwimmen.” Dass der Tatvorwurf der Staatsanwaltschaft gegen den Anwalt abwegig ist, bestätigen dem rbb auch Experten wie der Professor Martin Heger von der Juristischen Fakultät der Humboldt Universität.

http://www.rbb-online.de/panorama/beitrag/2015/05/belastungszeuge-im-rockerprozess-um-tuerstehermord-will-abspring.html

SEK-Einsatz in Neunkirchen gegen Hells Angels

SEK-Einsatz in Neunkirchen gegen Hells Angels

NEUNKIRCHEN-SEELSCHEID. Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei hat am Mittwochmorgen gegen 7 Uhr in Seelscheid einen 40-jährigen Mann festgenommen. Das teilte die zuständige Oberstaatsanwaltschaft Koblenz dem General-Anzeiger auf Anfrage mit.

Ebenfalls festgenommen wurde ein 45-Jähriger aus dem Landkreis Mayen-Koblenz, er befand sich zum Zeitpunkt des Zugriffs in Köln. Laut Staatsanwaltschaft besteht bei beiden der Verdacht, dass sie dem Charter Bonn der „Hells Angels“ angehören.

Zudem sind sie der Körperverletzung, der Nötigung, des Verstoßes gegen das Waffengesetz und des erpresserischen Menschenraubs verdächtig. Weitere Auskünfte erteilte die Staatsanwaltschaft mit Blick auf die andauernden Ermittlungen nicht.

Wie berichtet, hatte die Staatsanwaltschaft Koblenz schon im April bei einer Großrazzia 36 Objekte durchsucht – vor allem im Norden von Rheinland-Pfalz und im Süden von Nordrhein-Westfalen.

Ihr damaliger Verdacht: Die Rocker sollen eine kriminelle Vereinigung gebildet haben. Auch Objekte in Sankt Augustin sollen im April nach Informationen dieser Zeitung durchsucht worden sein. Insgesamt beteiligten sich 650 Polizisten sowie zwölf Staatsanwälte an der Großrazzia.

http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/themen/rockerbanden/40-jaehriger-soll-hells-angels-bonn-angehoeren-article1641556.html

Polizei-Einsatz in Holland gegen Bandidos MC

Polizei-Einsatz in Holland gegen Bandidos MC

Die niederländische Polizei hat bei einem internationalen Großeinsatz gegen Rockerbanden 20 Verdächtige festgenommen und ein Waffenarsenal beschlagnahmt. Die meisten Festgenommenen seien Mitglieder der Bandidos, darunter auch der Präsident des Motorrad-Clubs in der südniederländischen Provinz Limburg, teilte die Polizei mit. Fünf Raketenwerfer, mehrere automatische Waffen, viele Kilos Munition und Drogen wurden sichergestellt. Der Bürgermeister von Maastricht, Onno Hoes, sprach von einem “erschreckenden Fund”.

Den Festgenommenen werde internationaler Drogen- und Waffenhandel, schwere Körperverletzung, Geldwäsche und Erpressung zur Last gelegt, sagte Oberstaatsanwalt Roger Bos. “Wir hoffen, dass wir den Verdacht der kriminellen Vereinigung beweisen können.” Das ist die Voraussetzung für ein mögliches Verbot der Bandidos. Die Ermittlungen laufen seit über einem Jahr.

Am frühen Morgen waren insgesamt 400 Beamte in Dutzenden von Wohnungen, Geschäftsräumen und Garagen vor allem in Limburg eingefallen. Auch in Belgien und Deutschland wurden Häuser durchsucht. Dort wurde den Angaben zufolge niemand festgenommen. Die Polizei entdeckte auch ein Labor zur Herstellung synthetischer Drogen und eine große Menge von Chemikalien. Außerdem wurden nach Angaben der Polizei Falschgeld und vier gestohlene Luxus-Limousinen sichergestellt.

Seit Jahren streiten rivalisierende Banden wie Bandidos und Hells Angels in der Grenzregion um die Vormachtstellung. Dabei kam es in den vergangenen Monaten zu Schießereien und Sprengstoffanschlägen.

http://www.rtl.de/cms/news/rtl-aktuell/niederlande-polizei-gelingt-schlag-gegen-rocker-gang-497cf-5f19-91-2325146.html

NRW muss Rocker-Ehefrau Entschädigung zahlen

NRW muss Rocker-Ehefrau Entschädigung zahlen

EITORF/BONN. Im Juli 2012 hatten Polizisten das Haus der Eitorferin, die mit einem Bandido-Mitglied verheiratet ist, durchsucht. Dabei beschädigten sie unter anderem die Alarmanlage. Vor Gericht einigten sich das Land und die Eitorferin nun auf eine Entschädigung.

Während eine Eitorferin und ihr Ehemann, der früher zur Rockergang Bandidos gehört haben soll, am Mittelmeer im Urlaub weilten, durchsuchten Beamte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) das Haus und das Grundstück der Eheleute. In einem Zivilprozess vor dem Bonner Landgericht ging es jetzt um die Frage, ob die Ehefrau für mehrere bei der Polizeiaktion beschädigte Gegenstände vom Land Nordrhein-Westfalen (NRW) eine Entschädigung erhält.

Wie berichtet, gab es im Juli 2012 einen großen Polizeieinsatz: In NRW wurden damals insgesamt 15 Wohnungen von Mitgliedern der verfeindeten Rockergruppen Hells Angels und Bandidos durchsucht. Hintergrund war eine Massenschlägerei zwischen den rivalisierenden Banden im Januar 2012 in Mönchengladbach. Dabei prügelten sich etwa 100 Rocker, drei von ihnen wurden lebensgefährlich verletzt.

Das Ermittlungsverfahren gegen den Eitorfer wurde später allerdings eingestellt, da kein hinreichender Tatverdacht vorlag. In der Folge hätte der Rocker Entschädigungsansprüche geltend machen können – was aber offenbar an der Einhaltung von Fristen scheiterte, in denen die angeblichen Schäden konkretisiert werden sollten. Daraufhin verklagte die Ehefrau, die Besitzerin des betroffenen Hauses ist, das Land.

Hundegebell vom Tonband

Vor allem für die laut Klage komplett beschädigte Alarmanlage des mit 26 Kameras gesicherten Hauses und für das angeblich zerstörte doppelflügelige Eingangstor verlangte sie insgesamt 17 000 Euro. Darunter waren auch 50 Euro für die Tür einer Hundehütte: Dieser waren die Spezialkräfte zu Leibe gerückt, da sie Hundegebell hörten. Es stellte sich jedoch heraus, dass kein Dobermannangriff zu befürchten stand, sondern das Gebell stattdessen von einem Tonband kam.

Die Richter der ersten Zivilkammer kamen am Ende des Prozesses zu dem Schluss, dass der Ehefrau als sogenanntem “Sonderopfer” ein Entschädigungsanspruch aus einem enteignenden Eingriff zusteht. Bei der Höhe der Klagesumme hatten die Richter nach der Vernehmung mehrerer Zeugen jedoch ihre Bedenken. Sie schlugen den Abschluss einer gütlichen Einigung vor, da ansonsten teure Sachverständigengutachten hätten eingeholt werden müssen – beispielsweise zu der Frage, ob tatsächlich die gesamte Alarmanlage durch ein von den Polizisten entferntes Steuerelement unbrauchbar geworden ist.

Schließlich einigten sich die Parteien auf den vom Gericht vorgeschlagenen Vergleich: Die Klägerin erhält vom Land nun eine Entschädigungszahlung in Höhe von 4000 Euro.

http://www.general-anzeiger-bonn.de/region/rhein-sieg-kreis/eitorf/NRW-muss-Rocker-Ehefrau-4000-Euro-zahlen-article1640730.html

Black Jackets müssen in den Knast

Black Jackets müssen in den Knast

München – Mitglieder der Straßengang sind verurteilt worden – sie versuchten, im Drogen- und Türstehergeschäft Fuß zu fassen

Seit etwas zwei Jahren ist es in der Münchner Rocker-Szene unruhig. Die Straßengang „Black Jackets“, die sich 1985 in Baden-Württemberg gegründet hat, versucht, in München Fuß zu fassen. Die Polizei befürchtet einerseits einen Bandenkrieg mit den „Hells Angels“, andererseits hat die Gang einen ausgeprägten kriminellen Hintergrund. Zweimal stürmte ein Einsatzkommando deshalb 2013 und 2014 das Clubhaus der Rocker, eine Shisha-Lounge in der Lindwurmstraße. Neun Mitglieder wurden damals verhaftet. Jetzt standen vier von ihnen vor Gericht – und wurden wegen Drogen-, Waffen- und Gewaltdelikten zu Haftstrafen zwischen drei und knapp acht Jahren verurteilt.

Es ist nicht die Tatsache an sich, dass sich zu den Rockergruppierungen in München eine neue gesellt hat. Die „Black Jackets“ haben sich ein Ziel in den Kopf gesetzt: Sie wollen eine Vormachtstellung erreichen, was das Münchner Drogen- und Türstehergeschäft angeht. Jedenfalls hat die Münchner Polizei darauf Hinweise.

Es ist November 2013, nur wenige Monate, nachdem die Straßengang nach München gekommen ist: Die „Black Jackets“ sollen einen Überfall auf Türsteher einer Diskothek nahe der Kultfabrik am Ostbahnhof geplant haben. Noch bevor es dazu kommen konnte, schlug die Polizei mit einer Razzia dazwischen. Sie stürmten die Shisha-Bar „Lounge 62“ in der Lindwurmstraße, die als Clubhaus der Straßengang gilt. 16 Bandenmitglieder waren an diesem Abend in der Lounge versammelt, außerdem fanden die Polizisten einen Baseball-Schläger und 20 Ampullen Anabolika.

Doch es bleibt nicht dabei. Rund drei Monate später, im Februar 2014, kommt es zu einer Groß-Razzia, bei der 160 Beamte sowie Spezialeinheiten das Clublokal erneut stürmen, außerdem zwölf Wohnungen der Bandenmitglieder. Die Polizisten stellen unter anderem Schlagstöcke sicher, Elektoschocker, 1,5 Kilo Marihuana und 135 Gramm Kokain. Neun Mitglieder werden festgenommen, darunter auch der damals 24-jährige Präsident der überwiegend türkischstämmigen Gang.

Nun ergingen nach neun Verhandlungstagen die Urteile gegen die vier „Black Jackets“. Die Haftstrafen liegen zwischen drei Jahren und sieben Jahren plus zehn Monate. Die Staatsanwaltschaft hatte höhere Strafen gefordert, die Verteidung mildere. Rechtskräftig sind die Urteile noch nicht.

http://www.merkur.de/lokales/muenchen/stadt-muenchen/urteil-gegen-rocker-black-jackets-muessen-knast-5048399.html