Outlaws MC – Wie Hooligans zu Rockern wurden

Sie prügelten sich gern und liebten die „dritte Halbzeit“: Hooligans des Chemnitzer FC gingen keiner Bambule aus dem Wege. Irgendwann gründeten die Motorradfahrer unter ihnen (gemeinsam mit einigen Rechten) die „Kradstaffel Kreuzeiche Germania“.

Doch manche Mitglieder strebten nach mehr. Sie wollten in die MC-Szene – und gleich zu einem der „Großen“.

„Die Hells Angels waren uns eine Nummer zu groß, die Bandidos gefielen uns nicht, das Gremium mochten wir nicht“, verrät ein Insider, der damals dabei war, seinen Namen aber nicht in der Zeitung sehen will.

Über einen Bekannten, der einen Klamottenladen in Chemnitz betrieb, kam der Kontakt zum Outlaws MC zustande. „Dann sind wir zu einer Party nach Augsburg gefahren und haben uns das angeschaut. Jeder hat uns mit Respekt behandelt, das hat uns beeindruckt“, so der Insider.

Schon kurz darauf, im November 2008, waren die Chemnitzer ein „Prospective Chapter“, also ein Probeclub der Outlaws.

Ort der Gründungsfeier: die Gartenkneipe „Zum Eichhörnchen“. Kurz darauf wurde an der Ernst-Heilmann-Straße ein Clubhaus ausgebaut. Zur Eröffnungsparty im Mai 2009 kamen hunderte Rocker aus Nah und Fern nach Chemnitz.

Das Clubleben begann, die bis zu zwölf Chemnitzer Outlaws auf Probe fuhren durch halb Europa, stellten sich überall vor.

Sie verstanden sich als „Frontstadt-Crew“, denn ringsum gab es nur verfeindete Clubs: Gremium und Red Devils in Chemnitz, Hells Angels in Leipzig und Dresden. Nur mit den Bandidos in Dresden verstand man sich.

Nach einer Brandstiftung im Clubhaus, bei dem es im Dezember 2009 zu einem Schwelbrand kam, verlor der Club die Hälfte seiner Mitglieder.

„Das war wie eine Zäsur, mit so harten Sachen wollten viele nichts zu tun haben. Doch die andren haben gesagt: Jetzt erst recht“, erzählt der Ex-Outlaw.

Es lohnte sich, im März 2010 wurde dem Rest die Vollmitgliedschaft im Club verliehen. Doch das gemeinsame Glück hielt nicht lange an.

Es kam rasch zum Trouble mit dem Mutterclub, zu „unterschiedlichen Auffassungen“, es knallte, das Tischtuch war irgendwann zerschnitten.

Im August 2010 war das Outlaw-Chapter Chemnitz Geschichte. Die Kutten wurden abgelegt, die Patches an den Club zurück gegeben.

Einige der Ex-Outlaws sind dann doch noch „Hells Angels“ geworden, andere haben sich ganz aus der Szene zurück gezogen.

https://mopo24.de/nachrichten/outlaws-hooligans-wurden-rocker-5674

Bewährungsstrafe für Ex-Bandidos Präsident

Wegen Hehlerei in großem Stil verurteilte das Schöffengericht zwei Männer.

Neumünster | Es scheint ein lukratives Geschäft gewesen zu sein. Laut Anklage sollen zwei Männer (35 und 51) in Neumünster, Kiel und in weiteren Orten von Mai 2007 bis März 2009 immer wieder gestohlene Ware billig eingekauft und gewinnbringend – meist im Internet – verkauft haben. 455 Taten und 39 Lieferanten listete die Staatsanwaltschaft auf. Allein 393 Mal soll es sich um Beute aus Kaufhaus- oder Ladendiebstählen gehandelt haben. Unter anderem tauchten bei den Männern Waren von Rossmann, Otto, Tchibo, Karstadt oder Pearl auf.

Insgesamt erwirtschafteten die Angeklagten mindestens 50 000 Euro mit dem schwunghaften Handel. Die einstige Lebensgefährtin des älteren Angeklagten, die damals ebenfalls an den Geschäften beteiligt gewesen sein soll, ist mittlerweile gestorben. Gestern, rund sechs Jahre nach der letzten Tat, mussten sich die beiden Männer vor dem Schöffengericht wegen gewerbsmäßiger Hehlerei verantworten.

Der ältere Angeklagte, der einst in den Hochzeiten des Rockerkriegs Chef der mittlerweile verbotenen „Bandidos Neumünster“ war und heute nach schwerer Krankheit von Frührente lebt, war damals in dem An- und Verkaufsladen seiner Lebensgefährtin in Kiel tätig. Über das Geschäft sollen einige Ankäufe gelaufen sein, so die Anklage.

Auch der Mitangeklagte, ein Familienvater aus einem kleinen Dorf im Kreis Rendsburg-Eckernförde, arbeitete dort zeitweilig.

Schon vor Prozessauftakt hatte es Gespräche zwischen dem Gericht, der Staatsanwaltschaft und den Verteidigern gegeben. Denn eine lückenlose Aufklärung der zahlreichen Fälle wäre wohl ohnehin nach all den Jahren kaum mehr möglich gewesen. Nach dem fast einstündigen Rechtsgespräch hinter verschlossenen Türen sagte das Gericht schließlich Bewährungsstrafen zu, sofern die Angeklagten einen Teil der Taten gestehen würden.

Der Jüngere räumte schließlich seine Beteiligung an 36 Fällen der dubiosen Geschäfte aus dem März 2009 ein. Daraufhin wurden die restlichen Vorwürfe eingestellt. Das Gericht verurteilte den Mann wegen Beihilfe zu neun Monaten Haft.

Der Ex-Rocker-Chef bekam eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten wegen gewerbsmäßiger Hehlerei in 119 Fällen, die er nach eigener Aussage im Jahr 2008 und 2009 beging. Beide Strafen wurden auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Ein Vorgehen als Bande, wie in der Anklage beschrieben, sah das Gericht im Urteil nicht mehr. Die Gewerbsmäßigkeit hingegen schon. Immerhin hatten die Männer mit den dubiosen Geschäften ihren Lebensunterhalt bestritten. Die Geständnisse führten letztlich dazu, dass der Prozess komplett ohne Zeugen über die Bühne gehen konnte.

http://www.shz.de/lokales/holsteinischer-courier/bewaehrungsstrafe-fuer-ex-rocker-chef-id9358636.html

Weitere Aussagen im Prozess um Regensburger Drogenring

Am Dienstag, 31. März ging der Prozess um die fünf Angeklagten am Regensburger Landgericht, denen Drogenhandel in großem Stil vorgeworfen wird, weiter. Ein Opfer, das in einem Box-Club geschlagen und bedroht wurde sagte unter anderem aus.

Der Zeuge sagte aus, er habe damals die Verbindung zu einer Biker Gang namens “Black Jackets” hergestellt. Mit dieser solltte ein Deal über 14 Kilogramm Marihuana über die Bühne gehen, der platzte jedoch. Nachdem die angeblichen Drahtzieher des Drogenrings von dem Misserfolg des Deals überzeugt waren, sollen sie das Opfer mit ihrem “Bodyguard” in einen Boxclub gebracht haben. Dort soll sei das Opfer mehrere Male geschlagen und mit einer Pistole bedroht worden sein.

Nach diesem Übergriff setzte sich das Opfer aus Angst vor weiteren Folgen und weil von ihm 80.000 Euro gefordert wurden nach Amerika ab. Das Opfer selber jedoch war ebenfalls involviert in einige Drogen-Geschäfte und wurde bereits in einem anderen Verfahren zu einer Freiheitsstrafe von 2,5 Jahren verurteilt.

Die Haupt-Verdächtigten äußerten sich noch nicht dazu

Auch ein Beamter der Kriminalpolizei saß im Zeugenstand. Er fand einen unter Gras-Einfluss fahrenden Rollerfahrer bei einer Verkehrskontrolle. Dieser brachte den Stein ins Rollen und sagte, er habe Informationen zu mehreren Leuten im Umkreis Regensburg, die mit Rauschgift handeln würden.

Aufgrund dessen Aussagen, startete die Polizei dann mehrere Observationen, Hausdurchsuchungen und Handy-Abhörungen, die dann den Täterkreis Stück für Stück vergrößerten.

Der nächste Prozesstag ist auf Dienstag, 7. April angesetzt.

http://www.wochenblatt.de/nachrichten/regensburg/regionales/Weitere-Aussagen-im-Prozess-um-Regensburger-Drogenring;art1172,298377

Ging es am Bonner Belderberg um Zoff wegen Huren

Bonn – Was ist bloß im beschaulichen Bonn los?

Es ist 20.20 Uhr an einer belebten Kreuzung mitten in Bonn. Die ersten Nachteulen sind unterwegs am Belderberg. Plötzlich prügeln sich 40 Leute vorm „Take Two“, darunter kuttentragende „Fist Fighter“, hallen Schüsse durch die Nacht (EXPRESS berichtete). Angeschossen muss Ex-Zuhälter Costa S. (36) in die Uniklinik…

Ein Szenekenner beobachtete den Vorfall: „Das »Take Two« konnte nichts dafür.“ Offenbar waren die Gruppen verabredet. „Erst haben sie sich unterhalten“, berichtet er. Bis die Lage eskalierte. Stühle, Fäuste und Tische flogen. Fünf Schüsse fielen laut Polizeibericht.

Eine Gruppe flüchtete durch die Rathausgasse, vorbei an einer Angestellten (27), die gerade ein Geschäft aufräumte. Ihr waren zuvor die protzigen Autos vor der Tür aufgefallen. Wegen des Lärms eilte sie nach draußen. „Die haben die Stühle als Schutz benutzt. Dann fuhren sie in ihren Testosteronautos weg.“

Heftig: Es soll ein von der Polizei sichergestelltes Video geben. Dort soll man die Keilerei sehen, dann donnern zwei Schüsse, dann ein dritter, später verhallen leiser weitere.

Als sich der Pulk aufgelöst hat, ging eine Person mit einer Schussverletzung am Bein am Belderberg zu Boden. Ex-Zuhälterking Costa wurde getroffen! Er schleppte sich zum Suttner-Platz. „Zwei Personen haben ihn gestützt“, berichtet der Szenekenner.

Der Mitarbeiter eines Schnellrestaurants berichtet: „Das war der Costa.“ An den Taxiständen klappte er zusammen, wurde verarztet, kam in die Uni-Klinik. Die Mordkommission ermittelt. Ein 44-Jähriger wurde vor einer Euskirchener Shisha-Bar festgenommen.

Doch worum ging es? Insider glauben nicht an einen Krieg um die Macht an „Türen“ bei Diskotheken. „Dafür sind die Fists nicht stark genug.“

Wahrscheinlicher: Eine Rechnung war offen. Es soll bei Costa wieder um Frauen gehen. „Das Ding war halb privat, halb geschäftlich“, behauptet ein Kenner. „Die Sache ist aber nach der Aktion noch nicht gegessen…“

http://www.express.de/bonn/-fist-fighter–boss-costa-ins-bein-geschossen-ging-es-am-bonner-belderberg-um-zoff-wegen-huren–,2860,30250908.html

Mehrjährige Haftstrafe für Ulmer Ex-Bandido

Ein 47-jähriges Ex-Mitglied der Rocker-Gruppierung Bandidos muss für sechs Jahre und neun Monate hinter Gitter. Die 7. Schwurgerichtskammer erkannte auf versuchten Mord und Sachbeschädigung.

Er lachte noch, als er am Freitagnachmittag mit Fußfesseln in den Sitzungssaal geführt wurde. Und grüßte die Zuhörer im Schwurgerichtssaal. Der 47-jährige Angeklagte schien guter Laune: Seine beiden Verteidiger hatten Anfang der Woche auf Freispruch plädiert. Die Hoffnung, als freier Mann, den Gerichtssaal verlassen zu können, zerstob allerdings, als Wolfgang Tresenreiter, Vorsitzender Richter der 7. Schwurgerichtskammer am Landgericht Ulm, das Urteil verkündete: sechs Jahre und neun Monate Haft wegen versuchten Mordes und Sachbeschädigung. Die Kammer lag damit nur drei Monate unter dem Antrag des Staatsanwalts.

Die Hilfsstrafkammer, die jetzt aufgelöst wird, sah es als erwiesen an, dass das ehemalige hochrangige Mitglied der Rockergruppierung Bandidos im Mai 2011 eine Art „Rollkommando“ angeführt hatte – mit dem Ziel, den Chef der verfeindeten Gruppierung Rock Machine in dessen Wiblinger Haus zu attackieren. Mit Baseballschlägern demolierten die Bandidos zunächst ein Auto, das vor dem Haus abgestellt war; dann wurden zwei Schüsse in das Hausinnere abgefeuert: das erste Mal durch einen geschlossenen Rollladen in Höhe von etwa 1,50 Meter Höhe, das zweite Mal – mit einer anderen Waffe übrigens – durch eine Glasscheibe neben der Eingangstür.

„Wer schoss, wissen wir nicht“, sagte Tresenreiter. Die Gruppe habe es aber billigend in Kauf genommen, dass Bewohner verletzt werden. „Die Schüsse waren potenziell gefährlich. Das war ein massives Vorgehen mehrerer Personen, eine konzertierte Aktion.“ Aus nichtigem Anlass: Die Bandidos hatten Stunden zuvor bei einer Schlägerei gegen Mitglieder der Rock Machine den Kürzeren gezogen.

Der 47-Jährige hatte zwar eingeräumt, bei dem Übergriff dabeigewesen zu sein, allerdings nur als Mediator. Eine Einlassung, die die Kammer als Lüge entlarvte: Wer zum Tatort einen Baseball-Schläger mitnimmt, will wohl keinen Frieden stiften. „Ist dies das Verhalten eines Mediators?“ Nun, die Kammer hatte sich im Verlauf der 26 Verhandlungstage einiges an Lügen und Verschleierungen anhören müssen. Wer nicht log und verschleierte, der schwieg. Und ging, wie einer der Zeugen, lieber für sechs Monate ins Gefängnis als die Wahrheit zu sagen. „Wir trafen auf eine Mauer des Schweigens.“

Dass der Ex-Bandido der maßgebliche Mann gewesen ist, sei auch daran zu erkennen, dass er am selben Tag ein zweites Mal zum Chef der verfeindeten Gang gefahren ist – mit zwölf Bandenmitglieder, die einiges an Werkzeug mit sich führten: Schlagringe, Messer, Baseballschläger und einen Hammer. Die Angriff ähnelten sich, „er hat beide Angriffe gewollt und gelenkt“.

http://www.swp.de/ulm/lokales/ulm_neu_ulm/Mehrjaehrige-Haftstrafe-fuer-Ex-Bandido;art4329,3133678