Schweiz droht ein Rocker-Krieg

Zürcher Mitglieder einer Rockergruppe provozieren mit einem Video, das zeigt, wie sie eine Jacke der United Tribuns verbrennen. Der Beginn eines Machtkampfes.

Das verwackelte Video zeigt, dass es der Strassengang Sondame ernst ist. Ein vermummtes Mitglied hält eine United-Tribuns-Jacke hoch, wirft sie zu Boden, schüttet Brennsprit darüber und zündet sie an. Im Hintergrund rufen mehrere Personen immer wieder «Sondame! Sondame!»Das Video ist als Kriegserklärung an die Rockergruppe United Tribuns zu verstehen.

Die kurdische Strassenbande hat mit ähnlichen Videos schon in Deutschland für blutige Auseinandersetzungen gesorgt, schreibt die «Sonntagszeitung». Jetzt droht der Schweiz ein ähnliches Szenario. In Basel und Zürich habe es bereits erste Scharmützel gegeben, schreibt die Zeitung. Zudem habe ein Sondame-Mitglied in sozialen Netzwerken damit angegeben, dass der Chef der Zürcher United Tribuns «seine Lektion erhalten habe». Und: «Der restliche Haufen sollte besser kapitulieren, bevor wir auch zu euch kommen.»

Polizei beobachtet Situation

Es ist zu erwarten, dass die international bekannte Rockergruppe zurückschlagen wird. Die Balkan-Rocker sind dafür berüchtigt, in der organisierten Kriminalität aktiv zu sein. Über ihre Herausforderer ist erst wenig bekannt. Sondame ist eine Gruppe von Kurden, der Name bedeutet zu Deutsch «Unser Schwur». In der Schweiz ist die Gang zwar relativ neu, bereits jetzt zähle sie allerdings mehrere hundert Sympathisanten.

Die Polizei hat das Problem zwar erkannt, hält sich aber vorerst im Hintergrund. «Wir beobachten die Szene aufmerksam und sind bei Bedarf bereit, einzugreifen», sagt Marc Beson, Sprecher der Kantonspolizei Zürich zur «Sonntagszeitung». Und auch die Basler Polizei habe ein wachsames Auge auf die jüngsten Entwicklungen.

http://www.20min.ch/schweiz/news/story/Der-Schweiz-droht-ein-Rocker-Krieg-26362185

Putins Nachtwölfe überqueren Grenze zu Deutschland

Die Putin-Rocker setzen ihre umstrittene “Siegestour” fort. Nach einer Stippvisite in Wien sind einige “Nachtwölfe” nun nach Deutschland eingereist. Ihr Ziel: Berlin.

Erste Mitglieder der russischen Rockergruppe “Nachtwölfe” sind über die offene Grenze nach Bayern gefahren. Das bestätigte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord der Nachrichtenagentur dpa. Eine kleine Gruppe von “grob geschätzt zehn Personen” habe am Sonntagabend den deutsch-österreichischen Grenzübergang Bad Reichenhall passiert. Damit sind die Rocker dem Ziel ihrer umstrittenen “Siegestour” ein Stück näher gekommen.

Die Tour der kremlnahen Biker zum 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs war am 25. April in Moskau gestartet. Enden soll die Reise am 9. Mai in Berlin. Polen hatte den “Nachtwölfen” an der Grenze die Einreise verweigert. Deutschland hatte die Visa einiger Biker annulliert, mindestens drei Rocker wurden am Flughafen in Berlin-Schönefeld abgewiesen. Russland protestierte dagegen und forderte von der Bundesregierung eine Erklärung.

Zwischenziel der Rocker am Sonntag war München, wie “Nachtwolf” Alexander Saldostanow dem russischen Sender Goworit Moskwa sagte. Am Montag wolle die Gruppe die Gedenkstätte im früheren KZ Dachau besuchen.

Russland begeht am 9. Mai den Tag des Sieges über Hitlerdeutschland. Der “Nachtwölfe”-Präsident ist mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin befreundet. Die Gruppe ist im Westen auch deshalb umstritten, weil sie die Position prorussischer Kräfte im Ukraine-Krieg massiv unterstützt.

In Wien waren einige Mitglieder der “Nachtwölfe” am Samstag von rund 500 Sympathisanten und Schaulustigen empfangen worden. Laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA hätten zwei russische Staatsbürger und etwa 20 Sympathisanten gemeinsam mit dem russischen Botschafter einen Kranz vor dem Wiener Heldendenkmal der Roten Armee niedergelegt.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/nachtwoelfe-putin-rocker-ueberqueren-grenze-zu-deutschland-a-1031877.html

Biker-Hochzeit in Ahorn

Glocken läuten nicht, als am Maifeiertag Katja Kupek und Florian Griebel den Bund fürs Leben schließen. Auch der Hochzeitsmarsch von Mendelssohn und andere oft gewählte Stücke bleiben an diesem Tag in der Alten Schäferei bei Ahorn stumm. Dafür erklingt satter und starker Sound aus mehr als 100 Motorrädern. Denn Bräutigam Florian Griebel ist Mitglied des Motorradclubs Angeli Negri und viele Schwarze Engel sowie Mitglieder befreundeter Clubs sind angerollt.

Kurz nach 11 Uhr ist bei der Alten Schäferei ein leichtes Wummern zu vernehmen. Das Geräusch nimmt an Stärke und Intensität stetig zu, bis die Lichter der ersten schweren Maschinen auf dem Weg zum Gerätemuseum auftauchen.

Brautkleid ist ein weißer Fleck

Hells Angels, Mitglieder der Blood Red Section und Dirty Fingers schwenken in langer Schlange auf den Platz vor dem Museum ein, vorbei an Katja Kupek, die im weißen Brautkleid aus dem allgegenwärtigen Schwarz der Biker hervorleuchtet. Nur die gelben und roten Clubabzeichen auf den sogenannten Kutten bringen Farbe ins Spiel. Florian Griebel hat über den schwarzen Anzug ebenfalls die Kutte der Angeli Negri geworfen, mit dem Emblem des Clubs.

Ahorns Bürgermeister Martin Finzel (parteilos) vollzieht in der Alten Schäferei die Zermonie der Eheschließung. “Es ist für mich eine besondere Trauung”, sagt er. Schließlich kennen sich Florian Griebel und Martin Finzel schon seit Kindertagen.

Neben dem Brautpaar, den Trauzeugen und dem Rathauschef steht, ganz ungewohnt, eine schwere Harley Davidson. Und so vergleicht Martin Finzel die Ehe auch mit der Fahrt auf einem Motorrad. Fahrer und Sozius müssten zusammenarbeiten, damit die Fahrt gelinge. In den Rückspiegeln sehe der Fahrer das Geschehen hinter der Maschine, aber die Spiegel zeigten auch die schon zurückgelegte Strecke.
“Genauso wichtig ist es, in der Ehe einmal innezuhalten und Rückschau zu halten, besonders wenn es einmal nicht so harmonisch läuft”, rät Martin Finzel.

Nach der Zeremonie führen die Eheleute in einem US-amerikanischen Pick-up den Korso der schweren Maschinen an. Durch Schorkendorf und Scheuerfeld, am Coburger Bahnhof vorbei und auf nach Süden aus der Stadt hinaus dröhnen die Motoren.

http://www.infranken.de/regional/coburg/Biker-Hochzeit-in-Ahorn;art214,1038737

Polizei will den Rocker-Nachwuchs stoppen

Hells Angels, Bandidos, Gremium – die Rockerclubs in Berlin.

Sie rekrutieren junge Männer für ihre kriminellen Machenschaften. Erpressen, bedrohen und schlagen Kontrahenten.

Jetzt will die Polizei die Rekrutierungs-Maschine der gesetzlosen Motorradclub stoppen.

http://www.bild.de/bild-plus/news/inland/hells-angels/polizei-kaempft-gegen-rocker-nachwuchs-40762362,var=a,view=conversionToLogin.bild.html

Stich ins Herz tötete Rocker

Ein Rocker wird in seiner Stammkneipe erstochen. Vor dem Landgericht Mosbach behauptet der Angeklagte, in Notwehr gehandelt zu haben. Der Tathergang bleibt nach dem Prozessauftakt unklar.

Zenel S. (43) bedauert, “dass es zu so etwas Furchtbarem gekommen ist”. Aber am Tod von Stefan R. (49) will der Kosovare nicht schuld sein, ließ er seine Anwältin beim Auftakt des Prozesses wegen Totschlags vor dem Landgericht Mosbach erklären. Der Angeklagte – den alle Jonny nennen – habe sich bedroht gefühlt. Deshalb habe er ein Messer aus der Arbeitshose gezogen, aus der rechten Seitentasche, wo normalerweise der Meterstab steckt. “Vor lauter Angst” habe er zugestochen. Sein Opfer sei “irgendwie ins Messer gefallen”.

Was sich am 20. März 2014, gegen 22.30 Uhr, in einer Kneipe in Walldürn (Neckar-Odenwald-Kreis) abgespielt hat, ließ sich am ersten Prozesstag des für zügige Urteile bekannten Gerichts nicht klären. Am 18. Mai werden vier weitere Zeugen geladen. Sicher ist nur, dass R., Mitglied des Motorradclubs “Outlaws”, verblutete, nachdem ihm die elfeinhalb Zentimeter lange Klinge des Küchenmessers in die linke Herzkammer gerammt worden war. Der Täter habe dafür “sehr große Gewalt” aufgewandt, sagte der Rechtsmediziner. Es sei anzunehmen, dass der Tod “zumindest billigend” in Kauf genommen worden sei.

“Wir wissen, dass er irgendwann zugestochen hat”, stellte der Vorsitzende Richter Alexander Ganter fest. Doch das Wie und Warum, das konnten die Zeugen nicht zweifelsfrei berichten. Etliche widersprachen vor Gericht jenen Angaben vor der Polizei. “Ich hatte den Eindruck, dass der eine oder andere Zeuge nicht alles erzählen wollte, was er tatsächlich gesehen hat”, sagte ein Kommissar.

Verbürgt ist, dass der Angeklagte, Vater von vier Kindern, mit dem Opfer schon früher in dem Lokal in Streit geraten war. Dabei hatte der untersetzte Kosovare den stämmigen Rocker auf den Boden gedrückt und gewürgt. Deshalb sollte der Arbeiter am 20. März aus der Kneipe gejagt werden. Den Rauswurf ließ er sich offenbar nicht gefallen. Nun muss das Gericht klären, ob er die angebliche Notwehr bewusst provoziert hat. Die Wirtin behauptete, Jonny habe dem Rocker und seinen beiden Kumpeln gedroht, “ich steche euch ab”. Der Polizist hat diese Aussage nicht gehört.

Ganter, Vizepräsident des Landgerichts, musste keine Tumulte befürchten. Die Polizei hatte sich mit Vertretern der “Outlaws” auf Zurückhaltung verständigt. “Das Gericht konnte von einem geordneten Verlauf ausgehen”, sagte ein Polizeisprecher der SÜDWEST PRESSE. Im Saal saßen zwar drei Dutzend größtenteils kräftige “Outlaws” in Einheitsschwarz, aber sie verzichteten auf Kutten und Symbole – abgesehen von dem “Bruder”, der sich “Outlaw” im XL-Format auf die Stirn hatte tätowieren lassen.

200 Polizisten mussten 2006 einen Rocker-Prozess in Mosbach schützen. Damals waren 120 “Hells Angels” mit ihren Maschinen vorgefahren. Auch jetzt konnte nicht unbedingt von friedfertigem Auftreten ausgegangen werden, nachdem im Gästebuch der “Outlaws” in einem Nachruf auf R. zu lesen war, “ein Stück Menschenmüll” habe ihn feige “aus unserer Mitte” gerissen.

http://www.swp.de/ulm/nachrichten/suedwestumschau/Stich-ins-Herz-toetete-Rocker;art4319,3195097